Stadt Elze ist seit März elektro-mobil unterwegs / VW E-Up bei den Verwaltungsmitarbeitern sehr beliebt

Einmal volltanken für drei Euro, bitte!

Stecker raus und fahrbereit: Wolfgang Schurmann von der Stadt Elze nutzt den Elektro-Up regelmäßig. Ob Ladestation oder Steckdose, dem Volkswagen ist alles recht. Fotos: Vogelbein

ELZE Wie ein zarter Windhauch huscht der kleine weiße VW durch die Saalestadt. Kein Gestank und kein Geräusch gibt er von sich, und trotzdem drehen die Fußgänger verwundert ihre Köpfe hinterher. Seit März ist die Stadt Elze im Besitz eines Elektro-Autos. Der E-Up erweitert dank einer Initiative des Vereins Metropolregion den Fuhrpark der Stadtverwaltung – und mausert sich zum Liebling der Mitarbeiter.

Im März wurde der Kleinwagen an die Stadt Elze übergeben (die LDZ berichtete). Seitdem haben Wolfgang Schurmann und seine Kollegen rund 2 000 Kilometer rein Elektrisch zurückgelegt. „Alle, die mit dem Fahrzeug fahren, sind sehr zufrieden“, gibt er ein erstes Zwischenfazit. Geleast ist der weiße Elektroflitzer für zwei Jahre. So lange ist auch das Projekt angesetzt. „Die Leute fahren gern damit“, so Schurmann. Er selbst nicht ausgeschlossen: „Für Dienstfahrten in Elze oder zum Landkreis ist das ideal.“ Etwa 160 Kilometer reicht eine Ladung aus. Für weitere Strecken muss dann wieder ein konventionelles Dienstauto herhalten. Das Laden an der Ladestation oder Steckdose dauert rund sechs Stunden. An Schnellladesäulen, wie sie die Stadt derzeit plant zu installieren, ist schon nach 20 Minuten eine zufriedenstellende Ladung erreicht. Obwohl es das kleinste Volkswagen-Model ist, wird das Konto bei Erwerb um rund 27 000 Euro erleichtert.

Schöne neue Welt

So sei das nun mal bei neuer Technik, gibt auch Schurmann zu. Aber: Einer muss den ersten Schritt machen. „Wenn nicht die Kommune den Anfang macht, wer dann?“, stellt deshalb auch der Verwaltungsmitarbeiter die offene Frage. Die Investition in den Kleinwagen zum S-Klasse-Preis amortisiere sich aber spätestens an der Steckdose: Etwa drei Euro schätzt Schurmann die Kosten für „einmal volltanken“. Im Falle der Stadt Elze unterstützt zudem der Bund derartige Projekte großzügig. Auch Privatleute profitieren oft von Zuschüssen.

Etwa 90 Prozent aller Dienstfahrten erledigt die Stadt Elze deshalb aktuell mit dem weißen Blitz. Vollkommen geräuschlos und mit der vollen Kraftentfaltung vom Start weg. Den Überblick behält der Fahrer auf dem Bildschirm des Bordcomputers: Aktueller Verbrauch und Rekupation werden angezeigt. Letztere gewinnt durch das Bremsen neue Energie und lädt die Batterien wieder auf. Statt Drehzahlmesser gibt es eine Leistungsanzeige, statt einer Tankfüllung wird der Akkustand angezeigt. Auch das Fahrgefühl ist ungewohnt: Anders als bei einem normalen Auto gibt es keine Gangschaltung. Der Motor ist direkt mit den Rädern verbunden. „Es fährt sich wie ein Automatikgetriebe“, erklärt Schurmann. Doch schon beim ersten Druck auf das Gaspedal beginnt die neue Welt: Nur das Säuseln der Räder ist zu hören, die Beschleunigung ist zudem kraftvoll wie bei einem Porsche. Aufgrund der vielen Batterien wiegt der E-Up auch deutlich mehr als sein Benzin-Gegenstück. Bei Tempo 130 ist deshalb Schluss, denn sonst steige der Verbrauch zu stark an. Für Fahrten über die Landstraße reicht das aber vollkommen aus.

Vernetzter Komfort

Spannend wird es dann, wenn der Fahrer wieder am Schreibtisch sitzt. Vom PC aus lässt sich über das Internet auf das Fahrzeug zugreifen. Ladezustand der Batterien, Temperatur und sogar der Standort lassen sich ablesen. „Falls jemand vergessen hat, wo er das Auto geparkt hat“, scherzt Schurmann. Nur Herstellung und Stromerzeugung sorgen noch für CO2-Emissionen. Die Zukunft ist also elektrisch, auch in Elze.

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