Bildhauer-Angebot des Elzer Kunst- und Kulturvereins erfreut sich großer Beliebtheit / Teilnehmer aus Hannover

Auf einer Reise durch den Stein

Das große Ganze sehen: Sabine Hornbostel kommt aus Hannover.

MEHLE Rhythmische Klopfgeräusche schallen aus dem Garten von Sirun Böhm. Männer und Frauen mit Schutzbrille und Hammer in der Hand blicken dort konzentriert auf ein Stück Sandstein.

Der Elzer Kunstverein hat nach Mehle eingeladen, um sich der Steinbildhauerei hinzugeben. Seit mehr als 20 Jahren zeichnet sich Andree Woosmann dafür verantwortlich, Anfängern und „Wiederholungstätern“ auf ihrer Reise durch den Stein zu begleiten: „Der Stein muss gelesen werden. Die Teilnehmer merken, dass der Stein an vielen Stellen unterschiedlich hart ist“, erklärt er. Bei einigen Teilnehmern des Angebots haben sich schon Blasen an den Händen gebildet, auch Muskelkater gehört dazu. Doch das müsse nicht sein, sagt Woosmann: „Entscheidend sind die Schlagtechnik und die Körperhaltung“, sagt der erfahrene Künstler. Trotzdem begegnet er immer wieder Talenten, die es sofort begreifen. So zum Beispiel Fred Steins, der schon nach kurzer Zeit ein Gesicht in den Sandstein geschlagen hat.

Eine Idee hatte er von seinem Werk vorher nicht: „Das hat sich so entwickelt“, sagt der Mehler. Anders ist das bei Jörg Ulrich-Wehr. Der Elzer möchte die Symbole der Sternzeichen seiner Liebsten im Stein verewigen und hat dazu vorab bereits eine dreidimensionale Zeichnung angefertigt. Der Elzer ist schon zum zweiten Mal dabei und weiß in etwa, was ihn erwartet. Die aufwändigen Formen hat er schon nach kurzer Zeit in den Stein gehauen.

Für Sabine Hornbosten ist die Reise durch den Stein eine ganz besondere, denn ihr Werk ist fest mit ihrem Glauben an Gott verbunden – oder besser an eine Göttin. Nach ihrem Fernstudium der feministischen Theologie ist die Mandel, die sie aus dem Stein schlagen möchte, auch ein Sinnbild ihres Glaubens.

Entspannung

„Auch das war ein harter Weg für mich“, erklärt die Hannoveranerin. Für die Veranstalter um Ilse Hurnaus gehe es aber vor allem darum, den Teilnehmern vielleicht sogar ein neues Hobby an die Hand zu geben. Viele, sagt die Vorsitzende des Elzer Kunst- und Kulturvereins Fundus, nehmen ihre angefangenen Werke mit nach Hause und arbeiten dort weiter. Andere vergessen den Kursus auch nach kurzer Zeit wieder. Für die meisten gehe die Zeit aber trotzdem viel zu schnell vorbei. „Der Kopf entspannt sich, und man konzentriert sich auf eine Sache, da vergeht die Zeit wie im Fluge“, sagt auch Andree Woosmann.

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