13 Stationen: Aktion „Entdeckungen im Landkreis“ lockt mehr als 50 Interessierte zum Rundgang

Eine Zeitreise durch den Ort Sehlde

Rundgang durch den Ort Sehlde: Birgit Opitz (Mitte, mit erhobenem Arm) erklärt den Teilnehmern, wie es früher an dieser Stelle ausgesehen hat.

SEHLDE Vor drei Jahren wurden die Sehlder Wiesen im Rahmen der „Entdeckungen im Landkreis“ erkundet. Am Sonnabend nun konnte Kreisheimatpflegerin Paloma Klages rund 50 Interessierte begrüßen, die den alten Ortskern von Sehlde „entdecken“ wollten. Die Besucher kamen aus den Landkreisen Hildesheim und Hameln, und auch viele Sehlder zeigten sich interessiert an der Geschichte ihres Dorfes, die anhand von 13 Stationen erörtert wurde.

Nach Grußworten der Kreisheimatpflegerin und des Sehlder Ortsvorstehers Christian Kroll in der Sehlder Kirche übernahmen Birgit Opitz und Karl-Heinz Winkler von der Geschichtsgruppe des Heimatvereins die Führung durch den Ort. Unterstützt wurden sie von Friedrich Dreyer, der eine Mappe mit alten Fotos zusammengestellt hatte, die die bauliche Veränderungen des Dorfes in den vergangenen sechs Jahrzehnten verdeutlichten.

Drei heutige Eigentümer, Julia Büsse-Oelkers, Georg Bruns und Christian Kroll, ließen es sich nicht nehmen ihre denkmalgeschützten Gebäude selbst vorzustellen.

Bei einigen alten Häusern in Sehlde kann man sich noch gut vorstellen, dass sie ursprünglich als niedersächsisches Hallenhaus gebaut wurden, in denen Mensch und Tier unter einem Dach lebten und auch noch Lagenraum für die Feldfrüchte vorhanden war. Später wurden die Gebäude getrennt aufgestellt, so dass überwiegend „Drei-Seiten-Höfe“ mit Wohnhaus, Stall und Scheune entstanden.

In Sehlde führen fünf Straßen hinein, ungewöhnlich viele für ein Dorf mit nur rund 500 Einwohnern. Fahrspuren in der Feldmark wurden ab 1886 befestigt und so zu Straßen zu den Nachbarorten.

1895 erhielt Sehlde eine Postagentur und auch eine Telegraphenstation wurde genehmigt. Bereits 1892 wurde eine Feuerspritze beschafft und 1894 die Freiwillige Feuerwehr gegründet, die noch heute zu den Stützen der Dorfgemeinschaft zählt – wie alle Vereine. 1908 wurden Stromkabel in Sehlde verlegt. Zwischen den beiden Weltkriegen hatte Sehlde einen eigenen Fußballverein, und es wurden eine Badeanstalt und eine Wasserleitung gebaut. Das Wasser kam damals, wie auch heute noch, aus der dorfeigenen Quelle, die gesundes mineralstoffreiches Wasser liefert.

Die ersten Häuser der Ortschaft Sehlde sind nördlich der Bäke (Heinser Bach) entstanden. Leicht erhöht, damit eventuelles Wasser abfließen kann. Die Gebiete „Ringstraße“ (1959 bis 1967), „Schafsweide“ (1964 bis 1978) gehörten zu den ersten. Zu den weiteren Stationen des Rundgangs gehörten unter anderem der Edelhof der Familie Lauenstein, die ehemalige Schule, die Bushaltestelle, die ehemalige Schmiede, das Feuerwehrhaus und das Schützenhaus. Erinnert wurde aber auch an mehr oder weniger Kurioses aus dem Leben der Sehlder. So gab es einmal einen Jungen, der aus einer großen alten Kastanie fiel, als er Maikäfer fangen wollte und brach sich den Arm. Fortan wurde er „Maikäfer“ genannt. Der Abschluss der Veranstaltung erfolgte im Schützenhaus. Sehlder Frauen hatten Kaffee gekocht und Kuchen gebacken und so wurde noch lange über das Erlebte diskutiert. „Eine gelungene Veranstaltung“, lobte Friedrich Dreyer die „Entdeckungen“, die nicht die letzte Aktion des Heimatvereins bleiben soll. Nach dem gelungenen Maifeiertag, bei dem eine Ortstafel auf dem Dorfplatz enthüllt wurde (die LDZ berichtete), soll in Zukunft eine weitere Stele in Sehlde installiert werden. Ort und Zeitpunkt werden noch bekannt gegeben.

Die nächsten „Entdeckungen im Landkreis“ führen Interessierte am 27. Juni nach Rössing, wo ein Rahmenprogramm zum „Tag der Niedersachsen“ geboten werden soll. Treffpunkt: 14.30 Uhr an der Kirche.

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