UWE macht mobil: Auf Tuchfühlung mit den Anliegern vom „Schmiedetor“

Eine Straße macht Druck

Erkundungsmarsch entlang der Schmiedetorstraße: Erstmals sind Politik und Anwohner gemeinsam vor Ort. Fotos: Vogelbein

ELZE Volles Haus im Büro der Unabhängigen Wählergruppe in Elze (UWE). Der Grund: die Schmiedetorstraße. Die Ratsmitglieder hatten Anwohner und besorgte Bürger eingeladen, die vorläufigen Pläne der Stadt zu begutachten und gemeinsam die Situation vor Ort zu erkunden. Neben Radweg und fehlenden Parkplätzen stößt den Betroffenen aber vor allem eines sauer auf: „Keiner hat uns gefragt.“

Eng ist es im UWE-Büro. Das Interesse ist groß: an den Meinungen der Anliegern, dem gemeinsamen Ärger über die Stadtverwaltung und den ausliegenden Plänen. Die sind für einen Laien gar nicht so einfach zu verstehen. Klar: Dass die dunklen Linien die Schmiedetorstraße sein sollen, leuchtet ein. Aber die viele bunten und übereinanderliegenden Felder, Farben und Nummern verwirren sogar die Ratsmitglieder, so die UWE-Führungsriege einmütig. Einige von ihnen sollen am Montag im Bauausschuss zusammen mit Vertretern der anderen Parteien jene Pläne abnicken, die sie selbst weder richtig verstehen noch nachvollziehen können. Der eine oder andere Anwohner der Schmiedetorstraße ist da schon etwas mehr im Thema. Trotzdem sehen sich viele vor vollendete Tatsachen gestellt. Tatsachen, die sie weder nachvollziehen noch unterstützen können und wollen.

Deshalb haben sie im Nachgang der Infoveranstaltung eine Unterschriftenaktion gestartet (die LDZ berichtete). Das Ziel: Ein offener Diskurs über die Gestaltung der Straße. Auf die emotionale Gesprächsrunde im UWE-Büro mit dem Fazit „Es gibt so viele Probleme wie Meinungen“, folgte eine gemeinsame Begehung der „Problemstraße“. „Wir wollen ja auch und sind froh, dass etwas gemacht wird. Aber doch bitte nicht auf diesem Wege“, kritisiert ein Anwohner, der lieber ungenannt bleiben möchte. Zu lange schon sei er im Streit mit der Stadt. Zu oft schon habe man ihn im Rathaus abserviert. Dabei seien die Sorgen nicht unberechtigt. Schon jetzt ist die Parkplatzsituation angespannt. Ein Fahrradweg auf beiden Seiten, den die Planungen derzeit vorsehen, sei nicht nötig. „Vielleicht fahren am Tag vier Radfahrer durch die Straße“, habe ein anderer Anwohner vergangene Woche gezählt. Dass es bei der Begehung binnen einer Stunde schon zehn waren, sei „bloß Zufall“ – und sorgte wenig überraschend für Heiterkeit. Galgenhumor allerdings ob der ernsthaften Situation. Denn am Ende müssen, wie es bei Straßensanierungen üblich ist, die Anwohner tief in die eigene Geldbörse greifen – und werden null in die Planung einbezogen. Bei allem Ärger über die wegfallenden Bäume, die engeren Gehwege oder die hohe Wahrscheinlichkeit, ohne parkende Autos verkomme die Verbindungsstraße zu einer „Rennstrecke“, ist eben dies der Aufreger.

Dass die Stadtverwaltung Ratsmitglieder und Bürger gerne vor vollendete Tatsachen stelle, sei für die UWE nichts Neues. Schon bei anderen Projekten in der Vergangenheit habe sie immer wieder den Zeigefinder gehoben und Gesprächsbedarf angezeigt. Gebetsmühlenartig versuchten sie auch damals schon, die Bürger mit ins Boot zu holen, denn: „Entscheiden können wir nichts. Da müssen Sie als Bürger Druck machen, dass da etwas passiert“, so UWE-Sprecher Michael Röver. Die Schmiedetorstraße ist schon seit Jahren ein Thema. Eine solche Begehung gab es nun zum ersten Mal. Die meisten der rund 20 Teilnehmer der Begehung versprachen, auch zur Sitzung am Montag „hinzugehen“, um ihrem Standpunkt Gewicht zu verleihen.

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