Esbecks Ortsvorsteher im LDZ-Gespräch / Keine weiteren Windkraftanlagen

„Eine Großstadt wäre keine Alternative für mich“

Zentraler Platz für alle Esbecker: Ortsvorsteher Benjamin Narten vor dem Feuerwehrgeräte- und dem Dorfgemeinschaftshaus, wo viele Vereinstreffen stattfinden. Foto: Kuhlemann

ESBECK „Das gemeinsame Fest von Feuerwehr und Schützen war der Höhepunkt eines ansonsten ruhigen Jahres“, blickt Benjamin Narten, Ortsvorsteher von Esbeck, zufrieden auf die vergangenen zwölf Monate zurück, die sich durch eines ausgezeichnet haben – den Zusammenhalt der Vereine, der sich gerade auch beim Fest gezeigt habe, wo DRK, Männergesangverein und MTV unterstützend mitgewirkt hätten, wie Narten hervorhebt.

„Auch wenn es personell weniger wird, oder vielleicht auch gerade deshalb: Die Vereine sind in den vergangenen Jahren näher zusammengerückt, das war schon bei der 1 000-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2012 deutlich zu sehen“, denkt Narten gern an die Feierlichkeiten zurück, an denen sich alle Vereine beteiligt hätten. Der Ortsvorsteher kann das gut beurteilen, denn als Ur-Esbecker er ist Mitglied in allen Vereinen.

So auch in der Feuerwehr, deren Jugendliche erstmals den bisher nur mit Kerzen versehenen Tannenbaum auf dem Dorfplatz mit großen goldenen Kugeln geschmückt haben, die der Ortsvorsteher aus eigener Tasche finanziert hat. Die Aktion hat sich gelohnt, nicht nur wegen der Optik: „Ein Bürger war derart begeistert, dass er der Jugendfeuerwehr Geld für die Kasse gespendet hat“, so Narten.

Viel Aufruhr im beschaulichen Dorf habe es jedoch beim Thema Windräder gegeben, das die Esbecker und die Einwohner der Nachbarorte noch in den nächsten Jahren beschäftigen werde. „Es ist erschreckend, wie sich Erwachsene bei den öffentlichen Diskussionen, die teilweise sogar eskalierten, verhalten“, ärgert sich Narten über die Aufregung, die das Dorf in zwei Lager zu teilen droht. Als Ortsvorsteher versuche er, eher als Schlichter aufzutreten, auch wenn er natürlich eine eigene Meinung hat. „Es gibt keine flächendeckende Alternative, die Windkraftanlagen sind ein Teil der Möglichkeit des Ausstiegs aus der Atomenergie“, so Narten, der beruflich als Vertriebsbeauftragter im Bereich Elektrotechnik arbeitet. Als weitere Alternative kämen für ihn Photovoltaikanlagen in Frage – „irgendwo muss der Strom ja herkommen“, so Narten. „Wenn ich nicht Mieter, sondern Eigentümer des Hauses wäre, hätte ich eine solche Anlage zur Stromgewinnung bereits auf dem Dach“, betont der Esbecker.

Bei den Windkraftanlagen wünscht sich Narten, das keine weiteren zu den bestehenden hinzukommen. „Wenn neue Anlagen kommen, dann erst, wenn die alten auf dem historischen Sonnenberg abgebaut sind. Es sollte die Möglichkeit bestehen, dort spazieren zu gehen, ohne auf eine Anlage zu stoßen“, so Narten.

Ansonsten stehe den Esbeckern ein ruhiges Jahr 2015 mit den „allgemeinen Terminen“ bevor, die sich überwiegend durch das Miteinander der Vereine auszeichnen würden.

Neu im Veranstaltungskalender ist das Mittsommerfest, zu dem die Freiwillige Feuerwehr für Sonnabend, 20. Juni, einlädt. Für das gute Verständnis unter den Vereinen spricht, dass die Schützen ihren für das Wochenende vorgesehenen festen Termin, das Scheibenaustragen, verschoben haben.

Darüber hinaus wollen sich die Esbecker in die Reihe der Weihnachtsmärkte, die bislang in Sehlde und Mehle im jährlichen Wechsel stattfinden, einklinken. „Wir müssen noch Gespräche führen, aber ich bin optimistisch“, so Narten dazu.

Auch als er beruflich in Bremen, Lübeck und Freiburg stationiert war, habe er in einem Ortsteil vor den Toren der Stadt gewohnt – er ist ländlich geprägt und wohnt gern im Dorf, das seine Heimat ist. Nicht zuletzt auch wegen der Freunde, auf die er sich verlassen kann. „Eine Großstadt wäre echt keine Alternative“, so der Ortsvorsteher.

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