Elze-Mehler Forstinteressentenschaft zieht Bilanz / Sonderumlage für Wegebau im Wöhren geplant

„Ein Sorglos-Paket gibt es nicht“

122 Mitglieder der Elze-Mehler Forstinteressentenschaft besitzen zusammen 650 Hektar Privatwald. Ein Teil der Mitglieder nutzt die Generalversammlung, um sich über die Entwicklungen und Vorhaben zu informieren.

ELZE/ MEHLE Der Vorsitzende der Elze-Mehler Forstinteressentenschaft Burghard Hoberg begrüßte neben den Waldbesitzern die Försterin Johanna Dreps-Kahl, den Forstamtsleiter Michael Degenhardt wie auch den Geschäftsführer Fabian von Plettenberg und den Ehrenvorsitzenden Reinhold Warnecke zur Generalversammlung der Forstinteressentenschaft.

Im Mittelpunkt des Rechnungsjahres 2013/2014, das er Revue passieren ließ, stand zunächst der Rückblick auf die gelungene Jubiläumsveranstaltung aus Anlass des 275. Jahres der Gründung von Teilung und Verkopplung. Nicht ohne Stolz erklärte er, dass die Interessentenschaft einen guten Eindruck in der Öffentlichkeit hinterlassen hat. Hoberg erinnerte an eine interessante Grenzbegehungbei bestem Wetter entlang des Osterwalder Grenzweges. Höhepunkt des Nachmittages war die Enthüllung eines Findlings für 275 Jahre Elze-Mehler Forst mit einer Abschlussfeier in der Sennhütte.

Durchforstung

„Es wurde aber nicht nur gefeiert, sondern auch gearbeitet“, erklärt Hoberg und ging auf den Neubau des Hartungweges ein. Alles konnte rechtzeitig – auch im Sinne des Förderantrages – abgewickelt werden. „Nach Rücksprache mit den Vorstandsmitgliedern nahmen wir einen Zusatzauftrag wahr, um eine Deckschicht aus ,Bisperode Material’ herzustellen. Das kostete zusätzlich 3 300 Euro. Das Material aber bleibt nicht an den Rädern hängen und klebt nicht.“ Dankbar erwähnte Hoberg dabei, dass nach dem Fällen vieler Bäume eine Lichtung auf halbem Wege des Hartungsweges entstanden ist, an der jetzt eine Bank aus dem Guthaben der Dorfgemeinschaft Mehle gespendet und aufgestellt wurde. Er fügt augenzwinkernd hinzu: „Obwohl dieser Bereich zur Hälfte Mehle gehört und zur anderen Hälfte den Elzern“. Die Durchforstung der Katzenkuhle, als eine der wichtigsten forstwirtschaftlichen Maßnahme, brachte zwar einige Probleme durch die Steillage, doch „obwohl es schlimm aussieht, behaupte ich, besser geht es nicht“, so Hoberg. Er sprach von einem vollen Erfolg, zumal auch die Fichtenerlöse auf höchstem Niveau lagen.

Mitverantwortung

„Einige Interessenten sind allerdings immer der Meinung, dass die Forstgenossenschaft für alle ein ,Sorglos-Paket’ liefert. Das können wir nicht bieten!“, betonte er und erinnerte daran, dass jeder Eigentümer eine Mitverantwortung trage. Positiv entwickelte sich der Brennholz-Verkauf mit rund 32 Festmetern. Probleme gibt es bei Holzlagerungen, die über einen längeren Zeitraum nicht abgeholt werden und zu vermodern drohen. Hoberg macht auch alle Waldbesitzer auf eine andere Pflicht aufmerksam: „Wer in Zukunft selbst Ein- oder Überfahrten in seine Teilungen erstellen will, macht das bitte nur in Absprache mit dem zuständigen Förster oder dem Vorstand, damit wir keine Fördermittel zurückzahlen müssen“. Nach dem Jahresbericht erteilte der Vorsitzende die Rechnungslage und erklärte die Ein- und Ausgaben. Geplant ist kurzfristig noch der Ausbau des Weges durch den Wöhren. Um die entstehenden Kosten finanzieren zu können, beschlossen die Mitglieder eine einmalige Umlage in Höhe von 30 Euro pro Hektar zusätzlich zu der jährlichen Umlage in Höhe von 35 Euro pro Hektar und einer Kontoführungsgebühr in Höhe von 25 Euro pro Anteilseigner.

Der vorliegende Hauungsplan wurde von den Mitgliedern genehmigt und ein Haushaltsvoranschlag für das laufende Geschäftsjahr vorgestellt. Försterin Johanna Dreps-Kahl erläuterte ausführlich den Hauungsplan, der den Waldbesitzern bereits schriftlich vorliegt. Forstoberrat Michael Degenhardt von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ging auf die ökologische Aufwertung der Wälder mit 22 Festmeter Totholz pro Hektar ein. Fabian von Plettenberg, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Südhannover, erteilte während der Versammlung seinen Bericht über die Entwicklung der FBG Südhannover auf dem Holzmarkt und gab einen Ausblick auf das Jahr 2015.

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