Schulvorstand diskutiert mögliche Übernahme durch das CJD

„Die Tendenz geht in Richtung Privatisierung“

Interessiert lauschen die Mitglieder des Schulvorstands und des Lehrerkollegiums den Ausführungen der Schulleiterin zum Thema Privatisierung durch das CJD. Fotos: Siedlaczek

MEHLE Es sei schwer zu planen, wenn man die Zukunft nicht sehe. Mit diesen Worten eröffnete Katrin Fromme, Schulleiterin der Grundschule Mehle, bei der jüngesten Sitzung des Schulvorstands die Diskussion über die Problematik in Sachen Schulstandort.

Zahlreiche Varianten standen in den vergangenen Wochen und Monaten im Raum, jetzt scheint die Tendenz in Richtung einer Privatisierung der Grundschule „An der Linde“ zu gehen: „Offiziell sind noch keine Entscheidungen gefallen, aber der Weg hin zu einer Übernahme durch das CJD scheint sich deutlich abzuzeichnen“, berichtete Fromme den Mitgliedern des Schulvorstands und den Vertretern aus dem Kollegium. Somit sei auch die Idee, die Grundschule in ein Feuerwehrgerätehaus umzuwandeln, zunächst vom Tisch. „Der frühstmögliche Zeitpunkt einer solchen Privatisierung wäre im Jahr 2015“, so Fromme. Für den Schulvorstand stellte sich nun die Frage, wie man mit dieser Veränderung umgehen wolle.

„Die Landesschulbehörde weiß noch nichts von diesen Plänen, und eine Privatschule muss ohnehin genehmigt werden“, erklärte die Schulleiterin. Eine Möglichkeit wäre es, die dritten und vierten Klassen als staatliche Grundschule auslaufen zu lassen und die Eingangsstufen zu privatisieren.

Bereits vor zwei Jahren, als eine mögliche Schließung der Mehler Grundschule schon einmal im Raum stand, hatte Fromme zum CJD-Gesamtleiter Eckhard Nührig Kontakt aufgenommen und diesem Alternativen zum Erhalt des Schulstandorts vorgelegt. Denn das habe oberste Priorität: „Wir sollten mit allen Kräften darauf hinarbeiten, dass die Grundschule in Mehle erhalten bleibt, egal in welcher Form“, machte Fromme deutlich. Dieser Meinung schlossen sich auch die Mitglieder des Schulvorstands an, doch sahen diese eine mögliche Privatisierung auch kritisch –vor allem mit Blick auf Eime. Dort hat das CJD ebenfalls Interesse bekundet, die Grundschule durch eine Übernahme zu erhalten. Doch fest steht für die Mehler: Beide Schulen werden wohl nicht privatisiert. „Es könnte zu einem Wettrennen mit Eime ausarten“, befürchten einige Mitglieder des Schulvorstands. Andere äußerten sich, dass es weniger um das pädagogische Konzept, sondern vielmehr um einen finanziellen Aspekt gehe.

„Die Situation ist zurzeit sehr undurchsichtig“, sagte Fromme. So stehe auch noch nicht fest, wie es mit dem Kollegium weitergehe, das im Falle einer Privatisierung über die Landesschulbehörde an das CJD ausgeliehen werden könnte. „Es zerrt an den Nerven, keine Gewissheit zu haben, aber wir wollen hier in Mehle weitermachen“, sagt Fromme. Das sei das Wichtigste. So heißt es erst einmal abwarten, was die Ausschusssitzungen in der kommenden Woche für Ergebnisse bringen.

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