Hans-Martin von Campe: „Von Schließung keine Rede“

„Die Identifikation ist sehr hoch“

Es ist das älteste, aber auch eines der kleinsten Amtsgerichte in Niedersachsen. Fotos: Siedlaczek

ELZE Es geht um Menschen. Darum, jeden Tag Entscheidungen zu treffen und Lösungen zu finden. Seit dem Jahr 1848 gibt es in Elze das Amtsgericht. Es ist eines der kleinsten seiner Art in Niedersachsen, doch haben die Menschen im Hintergrund zwischen Akten und Prozessverhandlungen dafür gesorgt, dass es zu etwas großem vor Ort werden konnte.

21 Mitarbeiter, darunter drei Richter, vier Rechtspfleger, zwei Obergerichtsvollzieher und zwölf Beamte und Angestellte, sorgen mit viel Engagement jeden Tag dafür, dass nicht nur in der Saalestadt das Recht die sprichwörtliche Oberhand behält. Bearbeitet werden zwischen Adensen und dem Despetal unter anderem die Bereiche Familien-, Zivil- und Strafrecht, wobei die Rechtsprechung in Sachen Familienangelegenheiten vom Arbeitsaufwand am höchsten einzustufen ist. Das bestätigt auch Hans-Martin von Campe, stellvertretender Direktor des Elzer Amtsgerichts: „Die Tendenz in diesem Bereich ist schon allein vor dem Hintergrund einer wachsenden Scheidungsrate stark steigend.“ Durchschnittlich fallen im Jahr rund 270 zivil- sowie 260 strafrechtliche Fälle an, hinzu kommen 300 Verfahren im Bereich Familienrecht sowie 600 laufende Betreuungsfälle.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Das Elzer Amtsgericht muss täglich ein hohes Arbeitspensum bewältigen. „Uns fehlen im Prinzip zwei Stellen“, stellt von Campe fest. Dass es dennoch möglich sei, den Anforderungen gerecht zu werden, liege vor allem an den Mitarbeitern: „Da wir in Elze ein sehr kleines Amtsgericht haben, ist die Identifikation mit dem Arbeitsplatz stark ausgeprägt“, berichtet der stellvertretende Direktor. Und der Erfolg ist messbar: „Vor einigen Jahren haben wir an der Studie Amtgerichte im Leistungsvergleich teilgenommen“, erinnert sich von Campe. Und das Ergebnis war deutlich: „Danach sind wir neben dem Amtsgericht Alfeld das leistungsfähigste Gericht im Landgerichtsbezirk Hildesheim“, so der stellvertretende Direktor, der weiß, wem dieses Ergebnis zu verdanken ist: „Es sind die Mitarbeiter, die jeden Tag aufs neue große Einsatzbereitschaft zeigen“, betont von Campe. Und das merken auch die Bürger. So sei es üblich, dass die Türen zu den Büros offen stehen, sodass Berührungsängste gar nicht erst aufkommen. „Wir wollen die Menschen an die Hand nehmen“, beschreibt vom Campe das Ziel der Arbeit und räumt in diesem Zusammenhang gleich mit einem alten Gerücht auf: „Von einer Schließung, wie sie häufig im Gespräch war, kann in den kommenden Jahren keine Rede sein.“

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