Papendahl-Spaziergang / Bezirksförsterin erklärt Interessierten die Maßnahmen

„Der Wald ist mit vielen Emotionen verbunden“

Der Baum muss weichen: Die Bezirksförsterin weist auf einen besonders schlimmen Fall von Brandkrustenpilzbefall hin.

ELZE Wegen der anstehenden Durchforstung des Papendahls luden die Stadt Elze als Waldbesitzerin und Johanna Dreps-Kahl, Revierleiterin der Bezirksförsterei Elze, die zum Kammerforstamt Südniedersachsen gehört, jetzt zu einer Begehung des kleinen Waldstücks ein.

Johanna Dreps-Kahl erläutert den Teilnehmern des Spaziergangs die einzelnen Maßnahmen der anstehenden Durchforstung. Alte, herumliegende Baumstämme (links) werden in Kürze entfernt.

„Die Forstmaßnahmen dienen vorwiegend Ihrer Sicherheit“, leitete Bürgermeister Rolf Pfeiffer den Spaziergang ein, bei dem Johanna Dreps-Kahl die Fragen der Bürger klärte, da ihrer Aussage nach „der Wald mit vielen Emotionen verbunden ist“. Warum einige Bäume weichen müssen, erklärte sich den Betrachtern nahezu von selbst. Bäume mit Fäulnis könnten auf die Wege fallen, bei manchen Buchen waren die Stämme fast aufgelöst. Die Bezirksförsterin wies auf Bäume mit Brandkrustenpilzbefall hin, zeigte „auf halb acht“ stehende Fichten und Stämme, die seit geraumer Zeit am Wegesrand liegen und nun weggeräumt werden. Warum teilweise auch gesunde Bäume weichen müssen, zeigte sie anhand eines Ahornbaums: „Er wird freigestellt, damit sich seine Krone entfalten kann.“ Außerdem komme dadurch Licht bis auf den Boden zum „Nachwuchs“. Johanna Dreps-Kahl erläuterte: „Schöne Bäume, die freigestellt werden, sind mit einem weißen Punkt markiert, und keine Angst: Für die abgeholzten ist genügend Nachwuchs da.“ Durch diese Naturverjüngung „haben wir schneller wieder einen älteren Bestand“. Auf der anderen Seite werden aber auch seltene Baumarten erhalten, die in den Wald passen, „solange sie keine Gefahrenquelle darstellen“. Die Expertin klärte auch rechtliche Fragen. So ist durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs der Besitzer im Wald grundsätzlich nicht mehr sicherungspflichtig, im Papendahl aber schon, da in diesem Sonderfall die Stadt Elze Spaziergänger beispielsweise durch Sitzgelegenheiten in das Waldstück „einlädt“. Ein Anwohner am Sonnenberg interessierte sich besonders für die Bäume neben seinem Grundstück. Die hätten schon vor Jahren weichen sollen, und nun sehe er die Gefahr, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlen würde, da die Windbruchgefährdung schon lange bestehe. Die Bezirksförsterin bot an, individuelle Termine abzusprechen.

Die Durchforstung des Papendahls beginnt in dieser Woche. Johanna Dreps-Kahl denkt, dass in etwa vier Woche an Holz Interessierte „zuschlagen“ können. Industrieholz kann bei ihr, Kronenholz über die Stadt Elze angefragt werden.

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