Figuren aus Pappmachee sollen in Elze für mehr Miteinander und Generationenhilfe werben

Bunte Bürger suchen ein Zuhause

Rathaus, Kirche und Schaufenster: Jede Woche werden die Figuren an einen anderen Platz gebracht. Die Oberschüler hoffen daher auf zahlreiche Interessenten.

ELZE Elze hat sechs Einwohner mehr: Die drei Jahre alte Lilli, das Vorschulkind Kate, den 14-jährigen Ivan, dessen große Leidenschaft das Skateboarden ist, die 20-jährige Diana, die sehnsüchtig ihrer Verlobung entgegen sieht, den Mittdreißiger Jeff und schließlich Alfons, der nach jahrelanger Selbstständigkeit nun Frührentner ist. Sie alle zusammen sind die „Pinos“. „Pinos“ ist dabei nicht der Familienname der sechsköpfigen Truppe. Vielmehr stehen die Buchstaben für Partnerschaft Integration, Nachbarschaftshilfe, Offenheit und sozial.

Die kommenden Wochen werden die sechs unterschiedlichen Figuren an verschiedenen Orten in Elze und den Orten auftauchen. Mal in der Kirche, in Schaufenstern der Geschäfte oder im Rathaus. „Die Elzer werden sich wundern und fragen, wo die Figuren herkommen und was es mit ihnen auf sich hat“, ist sich Anke Krüger, Lehrerin an der Krüger-Adorno-Schule sicher. Die Frage, wo die bunten Linos herkommen ist dabei schnell erzählt: Jugendliche der Oberschule haben sie in mehrwöchiger Projektarbeit erstellt. Hintergrund ist, dass sich die Schüler des Profilkurses „Gesundheit und Soziales“ dazu entschlossen haben, das Netzwerk Zukunft und das Prinzip der Nachbarschafts- und Generationenhilfe noch bekannter machen. Im Rahmen einer Kooperation der Oberschule und der Initiative lernen seit Oktober die 22 Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren die Generationenhilfe kennen und wie Helfer und Hilfesuchende zusammengebracht werden und die Anonymität der Stadt durchbrochen wird.

Als eine Art Werbeoffensive hatten sich die Jugendliche die Aktion mit den Figuren ausgedacht. Jeden Freitag kamen sie für zwei Stunden in den Ladentreff und bastelten an den bunten Werbeträgern, die nicht nur das Miteinander verschiedener Generationen symbolisieren, sondern auch für Toleranz und Offenheit werben sollen.

Von nun an sollen die bunten Figuren aus Pappmachee die Elzer zum einen auf das Engagement des Netzwerks aufmerksam machen, vor allem aber für ein „Mehr an Miteineinander“ appellieren. „Die Figuren werden noch mit Infoschildern und Kontaktkärtchen versehen. Jede Woche werden die Schüler die Figuren an einen anderen Platz tragen“, erläutert Krüger. „Wir würden uns freuen, wenn Leute sich bei uns melden, die eine der Figur für ein paar Tage aufstellen“, sagt Büschgen. So begeistert die Jugendlichen dabei waren, sich für mehr Miteinander in Elze und „gegen soziale Kälte“ einzusetzen, so sehr hoffen die Initiatoren nun auf Unterstützer in der Saalestadt. „Elze hat unzählige Schaufenster“, hofft Büschgen, dass in einigen davon für die Pinos ein kleines Plätzchen frei ist. Denn da die Pinos nicht wetterfest sind, wären Aufstellorte im Trockenen das Beste.

Die Jugendlichen zeigten nicht nur bei der Präsentation der Figuren, für die sie jeweils eine kleine liebenswerte Lebensgeschichte parat hatten, dass sie von dem Engagement im Ladentreff begeistert sind. Altennachmittage, Computerschulung, Nachmittage nach dem Motto „Jung trifft Alt“ sind weitere Ideen, mit deren Umsetzung die Schüler das Miteinander der Generationen weiter mit Leben füllen wollen.

Ein wenig Unterstützung kommt dabei von der Organisation „Jugend hilft“. Durch ihre Bewerbung dort konnten die Elzer eine Förderung in Höhe von 300 Euro erwirken, die in die Materialien flossen.

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