Handgeschrieben statt digital: Elzer handeln bei Weihnachtsgrüßen traditioneller als der Bundesdurchschnitt

Brief viel persönlicher als Mail oder App

Einfach und unkompliziert: Immer mehr Weihnachtsgrüße werden per Smartphone, Handy oder Computer verschickt.

ELZE Wenn es um die Weihnachtspost geht, ist Elze anders als der Bundesdurchschnitt. Während sich immer mehr Bundesbürger für elektronische Medien wie Telefon, E-Mail oder SMS entscheiden, gehören die Saalestädter zu den laut Marktforschungsinstitut ermittelten fünf Prozent, die ihre Feiertagsgrüße lieber auf dem klassischen Postweg übermitteln wollen – 21 Prozent senden einen Brief, 23 Prozent eine Karte.

„Bei uns ist es im Vergleich zu den Vorjahren nicht weniger geworden. Die Bürger verschicken viele Karten und Briefe zu Weihnachten“, sagt Birgit Knop, Mitarbeiterin des Elzer Schreib- und Spielwarengeschäfts von Sandra Schmidt im Supermarkt am Saaledamm. Die Elzerin schwärmt von liebevoll gestalteten Briefumschlägen mit Engeln, Tannenbäumen, Sternen oder anderen weihnachtlichen Motiven, die am Ladentresen abgegeben werden. Sie selbst schreibe keine Weihnachtspost – und das habe auch einen Grund: „Meine Verwandten aus dem Frankenland kommen zu Weihnachten zu mir zu Besuch, also brauchen wir uns nicht zu schreiben“, so Knop. Außer Briefen und Karten nehmen sie und ihre Kollegin Iris Schweikert auch viele Pakete entgegen, die noch bis zum Heiligen Abend ihren Bestimmungsort erreichen sollen.

„Manche kommen mit einem Korb voller Geschenke an, um sie vor Ort in Pakete umzupacken, denn die gibt es hier bei uns und im Geschäft mit Post an der Bahnhofstraße“, berichtet Birgit Knop.

Schon jetzt würden viele Pakete ins Ausland geschickt werden, doch den großen Ansturm erwartet sie für Montag und Dienstag – und zeigte auf ein Versprechen der Post: „Weihnachtspakete, die bis zum 22. Dezember um 18 Uhr abgegeben werden, sind Heiligabend beim Adressaten“, heißt es auf einem Aufkleber über der Theke.

Iris Schweikert nimmt gerade einen Stapel von Weihnachtsbriefen entgegen, die ihr eine Elzerin anreicht: Sigrid Kuckuck gibt Umschläge ab, die innerhalb von Deutschland, aber auch nach Belgien verschickt werden sollen. „Ich finde das einfach besser als eine E-Mail. Ich freue mich selbst auch mehr über handgeschriebene Briefe oder Karten, die ich zu Weihnachten aufgeklappt auf den Tisch stelle, das sieht schön aus“, berichtet Sigrid Kuckuck.

So sieht es auch Helma Schwetje, die gerade ihre Weihnachtspost abgibt. „Ich finde es persönlicher, einen Brief zu schreiben, E-Mails mag ich nicht“, betont die Sibbesserin. Die Aussage passt zu der Geschichte einer anderen Kundin (die Weihnachtspost abgegeben hat), wie Birgit Knop erzählt: „Die Frau hat eine SMS von einer Freundin bekommen, jedoch nicht per SMS darauf geantwortet, weil ihr das zu unpersönlich gewesen sei.“ Sie habe lieber eine Weihnachtskarte geschrieben.

Iris Schweikert braucht (wie ihre Kollegin) keine Weihnachtspost zu versenden, weil ihre Verwandten und Freunde alle in unmittelbarer Nähe wohnen. „Wir sehen uns Weihnachten sowieso“, sagt die Elzerin. Das passt zu einem weiteren Ergebnis des Meinungsforschungsinstituts: Sechs Prozent der Deutschen, die an der Umfrage teilgenommen habe, wollen überhaupt niemandem Grüße übermitteln, denn sie bevorzugen den persönlichen Besuch. Beim Vergleich der Geschlechter sollen übrigens Männer (Brief 16 Prozent/Postkarte 19 Prozent) seltener zu Papier und Stift greifen als Frauen (Brief 25 Prozent/Postkarte 26 Prozent).

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