Grünen-Ratsherr Lavin sieht viele offene Fragen zur Gütertransit / Info-Veranstaltung am 2. Oktober

Bleiben die Elzer auf der Strecke?

Der Elzer Grünen-Ratsherr Wilfried Lavin mit bangem Blick auf die Bahnstrecke nach Hameln: Der diskutierte Ausbau der Bahnstrecke Löhne-Hameln-Elze für schwere Güterzüge birgt laut Lavin große Risiken für die Saalestadt. Foto: Appel

ELZE Klar, mehr Verkehr von der Straße auf die Schienen bringen, das hält auch Wilfried Lavin für eine gute Idee. Doch bei einem bestimmten Projekt zum Gütertransport auf der Schiene hat der Grünen-Ratsherr aus Elze starke Bedenken. „Man darf dabei das Allgemeinwohl nicht vergessen“, mahnt er. Mit „dabei“ meint der Kommunalpolitiker den vom Bundesverkehrsministerium in Erwägung gezogenen Ausbau der Bahnstrecke Löhne-Hameln-Elze für den schweren Gütertransit.

In der Rgeion Weserbergland haben die Überlegungen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Eine öffentliche Veranstaltung der „Bürgerinitiative Transit Weserbergland“ in der vergangenen Woche zog nahmhafte Gäste der regionalen und überregionalen Politik nach Coppenbrügge.

Auch Lavin nutzte die Möglichkeit, sich dort mit Informationen zur Transitstrecke zu versorgen. Denn, so ist er überzeugt, auch für Elze würde die Streckenführung über Lügde, Bad Pyrmont, Hameln, Coppenbrügge, Salzhemmendorf und Elze schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. „Bisher war mir bekannt, dass es maximal zwölf Güterzüge sein sollten, die dann zusätzlich dort fahren würden. Nun wird aber von schweren Güterzügen mit hoher Geschwindigkeit im Vier- bis Sechsminutentakt gesprochen, die dann auch durch Mehle und Elze knattern würden“, so Lavin. Ein Gutachter der Bedarfsplananalyse progonstiziert hingegen einen Bedarf von 24 Güterzügen pro Tag im Jahr 2025.

„Es gibt noch so viele offene Fragen und unterschiedliche Zahlen“, sieht Lavin noch viel Aufklärungsbedarf. Denn die Trasse sei dann Teil der stark frequentierten viergleisigen Ost-West-Trasse vom Ruhrpott über Hannover nach Berlin beziehungsweise europaweit von Rotterdam über Warschau bis weit nach Russland hinein. „Da geht es nicht darum, dass hiesige Unternehmen aus dem Gewerbegebiet einen Anschluss an den Güterverkehr bekommen“, betont er. Klar sei, dass dafür die Trasse zwischen Löhne und Braunschweig, die vor einigen Jahren zwischen Elze und Hameln auf ein Gleis zurück gebaut wurde, wieder auf eine Zweigleisigkeit ausgebaut werden müsste. Lavin glaubt, dass für die Entscheider ein Argument für die Streckenführung über Elze sei, dass „es hier nur eine minimale gesetzliche Verpflichtung für Lärmschutz gibt“.

Südlich am Gewerbegebiet Mühlenfeld vorbei würde die Strecke durch den Elzer Bahnhof führen. Dort kämen dann noch die Güterzüge aus der Nord-Süd Trasse hinzu. „Zwischen Elze und Nordstemmen besteht aber nur eine Zweigleisigkeit, die dann sicherlich auch nicht mehr ausreichen dürfte, bevor die schweren Güterzüge durch Nordstemmen knattern und bevor sich die Strecke wieder in Richtung Hannover oder Hildesheim teilt“, sagt Lavin mit Blick auf die Gleise. Er folgert: „Alles, was im Umfeld der Strecke wohnt, würde mit einer krankmachenden Dauerbeschallung leben müssen.“ Des Weiteren fürchtet er Folgen für den Personennahverkehr. Er sehe die Gefahr, dass der Personen- und Güterverkehr sich gegenseitig stark behindern würden und daher die Strecke Minden-Hannover vorrangig für den Personenverkehr und Löhne-Elze vorrangig für den Güterverkehr genutzt würden. „Ich jedenfalls kann mir nicht vorstellen, dass die Umsetzung des Planfalls 33 wirtschaftliche Vorteile für Elze bieten würde“, betont Lavin.

Für den 2. Oktober plant der Grünen-Ratsherr daher ein Info-Veranstaltung in der Saalestadt. Genaueres will er zeitnah bekannt geben: „Wir sollten nicht erst anfangen, Fragen zu stellen, wenn die Bagger rollen.“

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