Warnweste für Autofahrer ab 1. Juli Pflicht / Polizei klärt auf

Im Bedarfsfall immer griffbereit

Schon beim Aussteigen in der Hand: Thomas Walter von der Polizei in Elze empfiehlt, die Warnweste immer griffbereit zu haben, um im Bedarfsfall auch gesehen zu werden. Foto: Vogelbein

ELZE Ab 1. Juli ist es für alle Verkehrsteilnehmer Pflicht, eine Warnweste im Auto mitzuführen. Doch das Dabeihaben alleine reicht nicht aus, weiß auch Thomas Walter von der Elzer Polizei. Worauf es bei der Weste ankommt, welchen Sinn sie hat und was es kostet, wenn man sie ab Juli nicht dabei hat, weiß er ebenfalls ganz genau.

Farbe und Modell sind indes egal, dennoch gibt es entsprechende DIN-Vorschriften, die insbesondere die Leuchtstreifen an der Weste betreffen: Nach der Norm EN ISO 20471:2013 darf die Weste fluoreszierend gelb, orange oder rot-orange sein und muss einen umlaufenden, mindestens fünf Zentimeter breiten Reflektorstreifen besitzen. Motorräder und Wohnmobile sind von dieser Regelung im Übrigen ausgenommen. Für Gewerbetreibende und Lastwagenfahrer ist die Pflicht zudem nicht neu. Pro Fahrzeug muss nach dieser neuen Vorschrift eine Warnweste für den Fahrer vorhanden sein. Bei einer Kontrolle ist die Warnweste zur Prüfung auszuhändigen. Bei einem Verstoß droht ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro. Wer nach einer Panne oder nach einem Unfall aus dem Fahrzeug aussteigt, soll so für den nachfolgenden Verkehr deutlich besser erkennbar sein und insbesondere zur eigenen Sicherheit beitragen. „Ob die Pflicht notwendig ist, kann ich nicht kommentieren. In jedem Fall ist es empfehlenswerter“, sagt Walter. Aktuell muss die Weste auch nur mitgeführt werden, wo, ist egal. „Es macht schon Sinn, sie gleich griffbereit zu haben, um sie noch vor dem Aussteigen anziehen zu können“, so die Empfehlung des Elzer Polizeibeamten.

Eine Weste pro Auto

In vielen EU-Mitgliedsstaaten gelten seit Jahren bereits ähnliche Regelungen bezüglich der Warnwestenpflicht. Hier sehen die Vorschriften jedoch vor, dass für jeden Fahrzeuginsassen eine eigene Weste vorhanden sein und diese auch vor dem Aussteigen angezogen werden muss. Diesen Beispielen folgend rät beispielsweise auch die Polizei Hildesheim an, für jeden Insassen eine eigene Weste mitzuführen und diese im Bedarfsfall auch tatsächlich zu tragen – denn eine Pflicht, die Weste auch wirklich zu tragen, gibt es noch nicht. „Für uns Polizisten ist das kein Neuland. Wir tragen die Westen immer. Auch, weil wir wissen, welche Vorteile sie bringen“, setzt sich Thomas Walter klar für die kostengünstigen Schutzwesten ein. Die Polizei in Elze, aber auch die Beamten landkreisweit werden deshalb in der Anfangszeit nach der Einführung gezielt bei allgemeinen Verkehrskontrollen auch auf die Warnwesten blicken. „Wir wollen in diesem Fall auch Aufklärungsarbeit leisten“, kündigt Walter an. Insbesondere zur dunklen Jahreszeit, am Abend oder an unübersichtlichen Stellen sei eine gelbe oder orange Weste viel Wert. „Die Sichtbarkeit verdoppelt sich“, so Walter. Auch Autoverbände empfehlen die Leuchtwesten – und verschenken sie zum Teil sogar.

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