Verkehrssicherheitsinitiative startet im Landkreis Hildesheim mit Warntafel an der B 3 bei Sorsum

„Bäume können nicht ausweichen“

Neue Warntafel an der Bundesstraße 3 bei der Abzweigung nach Sorsum (v.l.): Bernd Lynack (Landtagsabgeordneter der SPD), Verkehrsminister Olaf Lies, Landrat Reiner Wegner, Klaus Krumfuß (Landtagsabgeordeneter der CDU), Verkehrswacht-Präsident Heiner Bartling, Helfried Basse (Landkreis) und Dieter Riekmann (Polizeiinspektion Hildesheim) nach der Enthüllung. Foto: Kuhlemann

KREIS / SORSUM Der Präsident der Landesverkehrswacht, Heiner Bartling, brachte es gestern Nachmittag bei der Enthüllung einer riesigen Warntafel an der Bundesstraße 3 in Höhe Sorsumer Kreuz auf den Punkt: „Bäume können nicht ausweichen“, so der Hannoveraner. Er macht die Autofahrer selbst verantwortlich für das, was auf den Straßen passiert. Dazu zählen auch die Baumunfälle.

Dagegen wollen das Land Niedersachsen, das Verkehrsministerium und die Verkehrswacht gezielt vorgehen. „Verkehrssicherheitsinitiative gegen Baumunfälle“ heißt das Programm, das in sechs Modell-Landkreisen läuft, darunter auch in Hildesheim.

Niedersachsen ist das Bundesland mit der höchsten Anzahl von Baumunfällen in Deutschland – im Jahr 2013 waren es 874 Unfälle mit Todesfolge. Wenn es um Gefahren auf Landstraßen geht, spielen Bäume und Alleen im Bewusstsein der Autofahrer nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich 13 Prozent der Kraftfahrer halten sie für gefährlich. Bei so genannten Baumunfällen können jedoch bereits kleine Fahrfehler auf Landstraßen zu schweren Unfällen führen. Die Verkehrssicherheitskampagne gegen Baumunfälle soll nun helfen, diese Entwicklung zu stoppen. Beim Termin an der B 3 betonte Landrat Reiner Wegner, dass Präventionsmaßnahmen gerade an den Straßen sinnvoll seien, die schnell befahren werden. „Zwar wird uns immer vorgeworfen, dass wir zu oft kontrollieren, doch im Vergleich zu anderen Landkreisen ist das eher wenig“, so Wegner, der die Geschwindigkeitsüberwachung als probates Mittel bezeichnet. Dazu zählt er auch bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung, wobei Landkreis und Verkehrsministerium Hand in Hand arbeiten sollten. Auch der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies sieht die Geschwindigkeitsreduzierung als Weg zur Senkung der Unfallzahlen mit Verletzten und Toten. Auf der anderen Seite könne man durch Bestandsschutz der Bäume das Landschaftsbild erhalten. So soll demnächst in Alleen auf Straßen mit einer Breite von bis zu 6,50 Meter nur noch Tempo 80 erlaubt sein, auf noch schmaleren nur Tempo 70. Auch passiver Schutz, wie zum Beispiel Leitplanken, würden helfen – zwar nicht den Unfall verhindern, aber die Auswirkungen. Dazu würden Displaytafeln mit Smileys ihren Beitrag zur Sicherheit leisten, so Lies („gefühlt glaubt jeder, dass er schneller fahren kann“), der die Zusammenarbeit des Ministeriums mit der Verkehrswacht und den Landkreisen hervorhob. Den wesentlichen Beitrag leiste jedoch der Autofahrer, so Lies. Thomas Mohr von ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt und Dieter Riekmann, Einsatzleiter der Polizeiinspektion Hildesheim, begrüßen die Aktion ebenfalls. Der Polizeioberrat geht davon aus, dass im Rahmen der Verkehrssicherheitsinitiative bis zum Jahr 2020 die Zahl der Verkehrsunfälle und damit auch der Verkehrstoten massiv gesenkt werden kann.

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