Da griffen auch die Lkw-Fahrer zu Besen

Beim Gegensteuern drückte die Ladung gegen die Verplankung des Lkw und fiel vom Hänger. Kaputte Flaschen und Getränkekisten verteilten sich auf 50 Metern Länge und 12 Metern Breite in Höhe des Reinserturmweges auf der Bundesstraße 3.

EINBECK Verkehrschaos, Vollsperrung, stundenlange Behinderungen: Weil der vollbeladene Laster eines Getränkegroßhändlers aus Höxter morgens auf der Bundesstraße 3 Ladung verloren hatte, brauchten Verkehrsteilnehmer am Dienstagmorgen vor allem eines: gute Nerven.

In Höhe des Reinserturmweges war der 50-jährige Lkw-Fahrer aus bisher ungeklärter Ursache nach rechts auf den Grünstreifen geraten. Beim heftigen Gegenlenken schaukelte sich der Anhänger hoch, Metallriegel der Lkw-Beplankung gaben nach, die geladenen Getränkekisten verteilten sich auf einer Länge von 50 Metern und 12 Metern Breite auf der Straße... Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Der Gegenverkehr kam rechtzeitig zum Halten, auch Fahrzeuge hinter dem Lkw blieben unbeschädigt. Aber an ein Durchkommen war nicht mehr zu denken. Die B3 war ab dem Unfallzeit um 6.37 Uhr sofort dicht. Während Pkw-Fahrer noch wenden konnten, blieb den aufgelaufenen Lkw nur eines: Deren Fahrer griffen selbst zum Besen, um ihre Fahrten baldigst fortsetzen zu können. Die Vollsperrung blieb bis 8.40 Uhr aufrecht erhalten. Der Verkehr wurde in Höhe Salzderheldens und McDonalds’ umgeleitet. Eine einseitige Ampelschaltung, die die Straßenmeisterei aufgestellt hatte, ermöglichte es schließlich bis 10.30 Uhr, dass die Unfallstelle passiert werden konnte. Bei dem Unfall wurden sechs Felder der Leitplanke beschädigt (3000 Euro Schaden), die zerstörten Getränke hatten nach Angaben des Logistikers des Unternehmens einen Warenwert von 3000 bis 4000 Euro, hinzu kommen noch 2000 Euro Schaden am Lkw. „Das Teuerste dürfte die Reinigung sein“, meinte ein Sprecher des Einbecker Polizeikommissariates. Die voraussichtlichen Kosten bezifferte die Spezialbergungsfirma – die VTR Nutzfahrzeuge GmbH aus Naensen – mit 4000 Euro. Sie war vier Stunden mit zehn Bergungsfachkräften im Einsatz. con

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