Grafschaft mit Sax

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Zum zehnjährigen Bestehen im Museum Grafschaft Dassel wurde deutlich, wie packend Geschichte im Herzen Dassels aufbereitet wird. Zwischen Tradition und Neuorientierung freut sich Museumschef Prof. Dr. Ludger Kappen (r.) mit Blankschmiede-Nachbar Wolf Koch, Bundesparlamentarier Dr. Roy Kühne, der stellvertretenden Ortsbürgermeisterin Frauke Stein, Vize-Bürgermeister Günter Kelter, Vielfaltskünstler Rolf-Dieter Spann und zahlreichen Wegbegleitern auf neue Projekte über Raugraf Adolfs Sippschaft und Sollingreformator Rainald von Dassel.

DASSEL Ochsenblut-Fachwerk, Rauritter-Geschichten und Saxophon-Sätze zum Jubiläum – das Museum Grafschaft Dassel hat zum zehnjährigen Bestehen alte Ansichten gezeigt und neue Herausforderungen benannt. Die Dasseler Museumsinsel mit Grafschaft-Zeitreisehaus und Technikmuseum Blankschmiede Neimke entwickelt sich zur Top-Adresse südniedersächsischer Heimatgeschichte mit Tourismus-Effekt.

Vor vollem Haus wagte Museumschef Prof. Dr. Ludger Kappen einen Ausblick auf künftige Attraktionen in der ehrenamtlich betriebenen kulturhistorischen Stätte. 2017 warten Dichterlesungen mit „Federkiel“-Autoren und hochenergetische Spezialprogramme, Marke „Nachts im Museum“.

Ähnlich wie in der Robin-Williams-Kinoreihe, in der staubige Exponate aufatmen und Abenteuer erleben, stellt sich Prof. Kappen das Spezialprogramm vor, mit dem Einwohner und Gäste, vor allem mehr Schülerinnen und Schüler zu Mehrfachbesuchen eingeladen werden. So wichtig die Nachwuchsförderung sei, so schwer umzusetzen wären für die Grafschaft-Historiker aber multimediale Dauerpräsentationen, bekannte Prof. Kappen vor zahlreichen Gästen. Für Blankschmiede-Nachbar Wolf Koch hingegen müsse sich museale Zukunft eher mit Bildschirmen und Tonspuren entwickeln. „Es geht nicht alles auf dem hohen Ausstellungsniveau wie im PS.SPEICHER“, relativierte Koch für das Dasseler Technikmuseum. Dennoch müssten die heimischen Stärken hochmodern präsentiert werden, um gerade junge Leute längerfristig zu locken. Zum Glück sei die Nachbarschaft von Grafschaft und Blankschmiede inzwischen gut gefestigt, so dass die Museumsinsel immer ein insgesamt lohnendes Ziel wäre. Ähnliche Zielvorgaben hätten bereits die Wechselausstellungen der Ortschaften gezeigt und erfüllt, wie Amelsens Ortsbürgermeister Dr. Carsten Traupe als heimatkultureller Anrainer anmerkte.

Das liebenswerte Museum, lobte seinerseits Bundestagspolitiker Dr. Roy Kühne, werde von engagierten Machern mit spürbarem Herzblut betrieben. Mit der Museumsinsel habe sich das Grafschaft-Museum zum Leuchtturmprojekt

mit Strahlkraft für Sollingstadt und Südniedersachsen entwickelt, betonte auch Vize-Bürgermeister Günter Kelter.

Der Kreistagsabgeordnete und kundige Nautiker, Heimathafen Abbecke, hatte für den fies verschnupften Rathauschef Gerhard Melching am Spüligbachufer angelegt, um offizielle Anerkennung von Rat und Verwaltung zu übermitteln.

Hohes Lob und einige Flachgeschenke brachten auch Dr. Klaus Weber (Backhaus Hellental / Heimatverein Hellental-Heinade-Merxhausen), Frank Hundertmark (Sportclub Dassel) und Rolf Albrecht (Sollingverein Sievershausen) mit auf die Museumsinsel.

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