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Wo Wind wirklich weht

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Von: Cornelia Sürie

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Kreisverbandsvorsitzender David Artschwager, der Landtagskandidat für den Wahlkreis Einbeck, Dr. Andreas Kroll, Europaabgeordnete Lena Düpont und der Landtagskandidat für den Wahlkreis Northeim, Tristan Marienhagen
Sie wollen, dass die beiden Wahlkreise „schwarz“ werden: CDU-Kreisverbandsvorsitzender David Artschwager, der Landtagskandidat für den Wahlkreis Einbeck, Dr. Andreas Kroll, Europaabgeordnete Lena Düpont und der Landtagskandidat für den Wahlkreis Northeim, Tristan Marienhagen. © Team Düpont

Einbeck / Northeim – Neue KandidatInnen, zwei bislang rote Wahlkreise: Die Karten werden bei der Landtagswahl am 9. Oktober im Landkreis Northeim „und umzu“ neu gemischt.

Ex-Landtagsabgeordnete und Kultusministerin a.D., Frauke Heiligenstadt aus Gillersheim, zog es mittlerweile in den Bundestag, den 65-jährigen Bad Gandersheimer Uwe Schwarz, bisher dienstlängster Abgeordneter in der Geschichte des niedersächsischen Landtages überhaupt, möchte nach 35 Jahren als Abgeordneter und fast 50 Berufsjahren auch mal in den Ruhestand. Er hat den Zeitpunkt selbst bestimmt und tritt zur nächsten Wahl nicht mehr an. Zur Landtagswahl im Oktober schickt die SPD nun René Kopka (Einbeck) und Sebastian Penno (Northeim) ins Rennen. Bei der CDU sind es für die beiden Wahlkreise Northeim und Einbeck der 21-jährige VWL- und Politikwissenschaft-Student Tristan Marienhagen aus Hillerse und Dr. Andreas Kroll (47) aus Einbeck.

Lena Düpont
Europaabgeordnete Lena Düpont: Die Vize-Chefin der Landes-CDU hat einen engen Draht zu „ihren“ Landtagskandidaten. © Cornelia Sürie

Die beiden Christdemokraten haben ein gemeinsames Ziel: Dass aus den roten Wahlkreisen schwarze werden mögen. Dafür erhielten die Wahlkämpfer gerade  Unterstützung von der 36-jährigen Europaabgeordneten Lena Düpont aus Gifhorn. Sie ist seit 2019 eine von drei Niedersächsinnen im Europaparlament. Und darüber hinaus stellvertretende Vorsitzende der CDU Niedersachsen. Der Draht zwischen ihr, dem Kreisverband und den beiden Kandidaten sei eng, hieß es. Und so liegt an diesem Tag ihr  Fokus speziell auf der Unterstützung von Marienhagen und Dr. Kroll. Schließlich „stehen wir vor nicht unentscheidenden Landtagswahlen“. Da gehe es diesmal nicht nur um die Wahl, sondern viel stärker auch um diese Frage: „Welche Gesellschaft brauchen wir, um die Herausforderung der Zukunft zu bewältigen?“ Mit ihren Positionen sehen sich die Kandidaten Marienhagen und Dr. Kroll gut aufgestellt und startklar für einen Wechsel in den roten Wahlkreisen.  

Der Einbecker Landtagskandidat Dr. Andreas Kroll:
Der Einbecker Landtagskandidat Dr. Andreas Kroll: „Wir müssen mehr Mediziner ausbilden.“ Um Ärzte und Fachkräfte aufs Land zu bekommen, gehöre aber auch, Lebensbedingungen in der Fläche „schön“ zu machen, Baugebiete auszuweisen, eine gute Infrastruktur des gesellschaftlichen Lebens vorzuhalten und Netzwerke zu schaffen. © Cornelia Sürie

Dr. Kroll, Fach- und Hausarzt, Rettungsmediziner, Familienvater, Jäger und Jagdpächter mit dem „Lieblingsthema“ Digitalisierung will mit seiner Expertise dem Mangel an Haus- und Fachärzt*innen mit Anreizen und mehr Studienplätzen und leichteren KV-Regelungen entgegenwirken, unsinnige Vorschriften für Landwirt*innen abschaffen, die dritte Kraft in den KiTa-Gruppen und im letzten KiTa-Jahr die Vorschule einführen: „Wir brauchen mehr Erzieher“, sagt der Einbecker Ratsherr. Sobald die CDU „an der Macht“ sei, werde die duale Erzieher-Ausbildung bezahlt. Mit seiner „ursozialen Partei“  will der 47-Jährige ferner dafür sorgen, dass Fachkräfte nach Niedersachsen geholt werden.

Sein Antritt, sich politisch verstärkt zu engagieren, sei 2017 der Einzug der AfD mit einem „erschreckend starken Ergebnis“ in den Bundestag gewesen, betont Tristan Marienhagen. Vor vier Jahren trat er der CDU bei, seit zwei Jahren ist er Geschäftsführer der Kreistagsfraktion.  Ihn bewegen die Themen Wirtschaftspolitik, (frühkindliche) Bildung und Ehrenamt. Der Erhalt der Förderschulen ist für ihn Ehrensache, mit der Förderung regionaler Wirtschaft will er Geld in die Kassen spülen und damit die „vielen tollen Projekte vor Ort“ unterstützen. Er spricht sich für den Ausbau der Radinfrastruktur und des ÖPNVs aus, will die Energiewende mit den Erneuerbaren massiv – etwa mit Solarpflicht – voranbringen und die Windenergie auch da nutzen, „wo Wind wirklich weht“. Ihm will nicht in den Kopf, dass ehemalige Waldflächen nicht für Windenergie genutzt werden können, nur weil dort „vor 150 Jahren vielleicht mal Wald gestanden hat“.

Lena Düpont mit den Kandidaten Tristan Marienhagen (vorn),  Dr. Kroll und dem CDU-Kreisvorsitzenden David Artschwager im Einbecker Hasenjäger
Wahlkampfunterstützung: Lena Düpont mit den Kandidaten Tristan Marienhagen (vorn), Dr. Kroll und dem CDU-Kreisvorsitzenden David Artschwager im Einbecker Hasenjäger. © Cornelia Sürie

Für Lena Düpont ist klar, dass der Gesellschaft noch weitere unruhige Zeiten bevorstehen. Sie selbst erkennt bei ihren eigenen „hoch emotional besetzten“ EU-Arbeitsschwerpunkten Agrar und Asyl mit Grenzsicherung und Sicherheitspolitik aktuell eine „zynische Verbindung“ im Zusammenhang mit der Gewährleistung von Ernährungssicherheit in der Welt. Mittlerweile dürfe außerdem allen klar geworden sein, dass Energiepolitik auch ein Teil von Sicherheitspolitik sei. „Wir befinden uns in Umbrüchen“, betont sie. Das fordere die Gesellschaft „extrem heraus“.

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