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Morsche Balken brechendurch Fachwerk-Fassade

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Heute steht der Abbruch der einsturzgefährdeten Fachwerk-Ruine an. Während das Abrisskommando gestern den Greiferkran für den fachgerechten Rückbau brachte, kritisierten direkte Nachbarn die Untätigkeit der Verantwortlichen. Andere Innenstadt-Bürger waren wenige Minuten vor dem Trümmerabsturz noch an dem maroden Haus vorbeigegangen. „Was da hätte passieren können“, sorgte sich eine Einbeckerin. © Foto: Friese

EINBECK Vollsperrung für Kraftfahrzeuge wegen akuter Einsturzgefahr der Bauruine Altendorfer Straße 26 und ein Schutzzaun für Passanten – das sind seit dem Wochenende Spätfolgen der Brandstiftung vom August 2012.

Denn mit lautem Krachen ist am Sonnabendnachmittag eine durchweichte Zwischendecke in dem unbewohnten Fachwerkhaus neben der Brandlücke durchgesackt und abgestürzt. Dadurch brachen mehrere morsche Hauptträgerbalken und durchschlugen Schaufenster samt Spiegelglasrahmen.

Nachbarn hatten den Teileinsturz des Gebäudes kurz nach 15 Uhr gemeldet, als die morschen Balken durch die Fachwerk-Fassade krachten und das Schaufenster mit berstendem Knall zersprang. Seither dringt moderiger Geruch aus dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus.

Aufatmen bei Rettungskräften und Stadtverwaltung: Niemand wurde verletzt, als kleinste Glasscherben meterweit bis auf die Fahrbahn flogen. Und niemand bekam ein Brett vor den Kopf.

Nach bauamtlicher Anordnung wurde die Hauptverkehrsstraße zwischen Löwenkreuzung und Abzweig Bismarkstraße für Kraftfahrzeuge voll gesperrt, eine weiträumige Verkehrsumleitung ausgeschildert.

Nach Angaben von Baufachbereichsleiter Frithjof Look können Anlieger die Altendorfer Straße dennoch befahren – aus westlicher Richtung bis Höhe Neue Straße, von Osten her bis Höhe Breiter Stein. Bauamtsleiter Look weiter: „Die Zufahrt zu den Parkhäusern der Sparkasse und des Modehauses Schünemann ist gewährleistet.“

Die Geschäfte in der Neuen Straße und auf dem Hallenplan blieben erreichbar. Aber „ich bitte darum, Schleichverkehre durch die Innenstadtgassen zu vermeiden“, ergänzte Look und empfahl, „über Bismarkstraße oder weiträumig über Kohnser Weg, Ivenstraße und Schützenstraße auszuweichen“.

Die Stadt sei derweil bestrebt, die Hauptverkehrsachse zügig wieder für den Straßenverkehr freizugeben. Bis dahin verhindert ein Schutzzaun das Betreten der Baustelle und mindert die Gefahr herabfallender Hartteile.

Die Vollsperrung wurde als zwingend erachtet, nachdem die Stadtfeuerwehr die Ruine per Drehleiter erkundet hatte. Dabei wurde sichtbar, dass die defekte Dachdeckfolie zu durchlässig war. Besonders bei den jüngsten Starkregenfällen drang mehr Niederschlag ein, als die uralten Lehmdecken und Wände in der Bauruine vertrugen.

Seit dem Großfeuer vom 17. August 2012 in der Altendorfer Straße 24 galt auch Haus Nummer 26 als ziemlich einsturzgefährdet. Bei einer Sanierung sollte die Hausfassade aber erhalten bleiben. Das scheint jetzt eher fraglich.

Beide Grundstücke gehören der Stadt Einbeck und sollen verkauft werden. Wie es konkret weitergeht, will Fachbereichsleiter Look in den kommenden Tagen verraten. Zunächst werde eine abschließende Begutachtung durch Bauaufsicht, Denkmalschutz, städtisches Gebäudemanagement und dem Sanierungsträger Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) erfolgen, um die erforderlichen Schritte festzulegen. cmf

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