FU verurteilt Übergriffe in Köln / „Neue, gefährliche Dimension“

Schutzsuchende nicht unter Generalverdacht stellen

CDU-Politikerin Heidrun Hoffmann-Taufall: „Die Frauen Union spricht sich für ein Vorgehen mit entschiedener Härte gegen Menschen aus, die unsere Grundrechte mit Füßen treten. Das gilt für Afrikaner und Araber ebenso wie für Deutsche.“

EINBECK – „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so heißt es in den im Grundgesetz verankerten Grundrechten. Die gewalttätigen Übergriffe an Silvester – u.a. am Kölner Bahnhof – führten allerdings deutlich vor Augen, dass die Würde eines Menschen sehr wohl antastbar und äußerst verletzlich sei, betont die Vorsitzende der Frauen-Union im Landkreis Northeim, Heidrun Hoffmann-Taufall. Die Frauen-Union fordert ein entschiedenes Vorgehen gegen die Täter und deren Unterstützer: mit allen möglichen rechtlichen Konsequenzen.

Im konkreten Fall sollen die Straftaten von Männern begangen worden sein, die Zeugen als nordafrikanisch und arabisch beschrieben. Das mache es nicht besser, meint Hoffmann-Taufall, doch gibt sie zu bedenken, dass sexuelle Übergriffe und Diebstähle auch zum „Wies’n“-Alltag des Münchner Oktoberfestes gehörten: Medienberichten zufolge würden hier jährlich „um die 160 verwirrte, aufgelöste, belästigte und vergewaltigte Frauen“ betreut, wobei die Täter „auch aus unserem Kulturkreis“ kämen. Die „neue gefährliche Dimension beim Silvesterdrama“ in Köln jedoch sei das Zusammenrotten – von hauptsächlich jungen, vom Alkohol enthemmten Männern, die aggressiv und unkontrolliert Feuerwerkskörper in die Menschenmenge geworfen hätten: Und mittendrin Frauen, die umzingelt, bestohlen und angefasst wurden. „Nicht nur das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit ist bedroht, die psychische Unversehrtheit ist mindestens genauso wichtig“, weiß Hoffmann-Taufall aus ihrer Beratungspraxis. Übergriffe wirkten besonders stark auf die Psyche eines Menschen und beeinträchtigten ihn in besonderer Weise. Die Frauen-Union spricht sich für ein Vorgehen mit entschiedener Härte gegen Menschen aus, die „unsere Grundrechte mit Füßen treten.“ Das gelte für Afrikaner und Araber ebenso wie für Deutsche. Genauso gelte es, den Menschen die Würde zu ermöglichen und unangetastet zu lassen, die jetzt Gefahr liefen, unter Generalverdacht gestellt zu werden: „Flüchtlingen und Asylsuchenden, die zu uns kommen, weil ihnen in den Herkunftsländern Grundrechte verwehrt blieben, die durch Gewalterfahrungen zum großen Teil traumatisiert sind“, so Hoffmann-Taufall. Die Ausschreitungen gegen Frauen in Köln seien im Dasseler Café Dialog bereits thematisiert worden: „Übereinstimmend äußerten alle anwesenden Männer Entsetzen und Abscheu. Die Neubürger waren sich einig, dass solches Vorgehen auf das Schärfste bestraft werden muss“, so Petra Kersten, Koordinatorin der Kulturinitiative Dassel. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland stehe den „Neuen Nachbarn“ in den verschiedenen Sprachen über den „Freiwilligenserver“ zur Verfügung und werde auch innerhalb der Deutschkurse besprochen. Laut des Bundes Deutscher Kriminalbeamter seien das Zusammenrotten und so genannte „Antanzen“ durch die Täter in Köln der Bandenkriminalität zuzuordnen. „Die strafrechtlich zu verfolgenden Taten rütteln uns auf, den Ursachen für derartige kriminelle Entgleisungen entgegen zu wirken. Gelingende Integration ist die zentrale Aufgabe, die politisch gesteuert und von den Bürgern unseres Landes unterstützt werden muss“, so die Frauen-Union. Es müssten Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich das Frauenbild anderer Kulturen dahingehend wandeln könne, „dass es unserem Grundgesetz entspricht“.

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