Höhen und Tiefen

Die gehörlose „Solling-Hündin“ Ayla (r.) hat bei ihrer Pflegestelle ein dauerhaftes, gutes Zuhause bekommen.

EINBECK Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter dem eingetragenen Verein „Einbecker Spendenteam – eine Stimme für Tiere": Es war von Höhen und Tiefen geprägt. Ihren Dank für das dem Mitte 2015 gegründeten, gemeinnützigen Verein entgegen gebrachte Vertrauen verbinden Vorsitzende Michaela Riekers und ihr Stellvertreter Michael Hill mit einem Rückblick.

Das zurück liegende Jahr begann damit, dass die gehörlose „Solling-Hündin“ Ayla nach zehn Tagen voller Hoffen und Bangen im Bereich Dassel endlich eingefangen werden konnte. Nach Notoperation und langen, aber erfolgreichen Recherchen über ihre Herkunft – die scheue Hündin war von einer „Züchterin“ ausgesetzt worden – wurde sie anschließend von ihrer Pflegestelle adoptiert.

Ebensolches Glück hatten acht Katzen, ein Vogel und ein Kaninchen, für die der Verein ebenfalls ein neues Zuhause finden konnte, nachdem die Besitzer verstorben oder gesundheitlich nicht mehr in der Lage waren, sich weiter um ihre Tiere zu kümmern.

Weitere sieben Katzen befinden sich noch in Pflegestellen und sollen ebenfalls in gute Hände abgegeben werden. Dazu zählen u.a. die vier erst kürzlich ausgesetzten Katzen, die in einem Karton in Bad Gandersheim gefunden wurden.

Durch das „Mozartprojekt“ wurden für akute Einzelfälle Spendenaufrufe organisiert, um bei hohen Tierarztkosten zu helfen. Über eine finanzielle Unterstützung bei den Operationskosten konnten sich somit zwei Einbecker Hundebesitzer freuen. Insbesondere Hündin Tinka blieb dabei in Erinnerung, die ihrem Frauchen entlaufen war und über eine Woche gesucht wurde. Einer aufmerksamen Hundebesitzerin war es zu verdanken, dass Tinka wieder nach Hause kam. Allerdings hatte sich der Vierbeiner bei seinem Ausflug ein Bein gebrochen, außerdem stellte der Tierarzt fest, dass er angeschossen worden war: Eine Kugel, vermutlich aus einem Luftdruckgewehr, befand sich noch in seinem Körper:  Tinka – ein Fall für das „Mozartprojekt“. Heute geht es dem Vierbeiner glücklicherweise wieder gut. Doch leider kam trotz aller Bemühungen für manch’ anderes Tier jede Hilfe zu spät, sodass es erlöst werden musste.

In einer Einbecker Ortschaft befinden sich viele Katzen, die angefüttert wurden und sich, auch zum Leid der Nachbarn, unkontrolliert vermehrt haben. Da seitens des Amtes bereits Auflagen erteilt wurden, unterstützt das Spendenteam dort mit Kastrationsprojekten und medizinischer Versorgung. Dennoch hatten nicht alle Katzen soviel Glück wie Kater Rüdiger und die kleine Lucy, die relativ schnell vermittelt werden konnten: Eine schwer erkrankte Katze musste gerade erlöst werden. Ein Großteil der Kosten wurde dank des Verkaufs selbst gestrickter Handpuppen der Initiative „Senioren stricken mit Herz“, dank Spenden, Mitgliedsbeiträgen und des Erlöses eines Garagenflohmarktes gedeckt. Einbeckerin Michaela Riekers und ihr Stellvertreter Michael Hill: „Unser großes Dankeschön gilt allen Spendern, Mitgliedern und Unterstützern. Auch danken wir denjenigen, die durch Futterspenden die Versorgung der Tiere in den Pflegestellen unterstützen. Eine große Hilfe waren auch die 430 Euro des Backpackers Inn.“

Das Einbecker Spendenteam ist jedoch nicht nur im Inland aktiv: In Ungarn, wohin eine deutsche Familie auswanderte, um eine Auffangstation für notleidende Tiere aufzubauen, hat der Einbecker Verein die Station bei den Kastrations-, Futter- und Materialkosten unterstützt.

Nähere Vereins-Infos sind unter www.einbeckerspendenteam.de ersichtlich. Hier finden sich auch die „Notfelle“, die auf ein neues Zuhause warten. Riekers: „Vielleicht verliebt sich ja auch jemand in zwei ältere Hunde, die wegen eines Krankheitsfalls nicht zuhause bleiben können und für die wir auf der Suche nach einer Pflegestelle oder besser noch, nach einem schönen und liebevollen Zuhause sind.“

Kommentare