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Unter Seebären

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Anne Hahnheiser ist bereits seit ihrer Kindheit ein großer Fan der Seefahrt und besonders von Feuerschiffen, die als eines der wichtigsten nautischen Instrumente der Vergangenheit vom Aussterben bedroht sind. Im September beginnt sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege auf dem Museumsschiff in Cuxhaven.

EINBECK (con) – Anne Hahnheiser blickt ausgesprochen zuversichtlich in die Zukunft. Für die 17-Jährige aus Einbeck ist tatsächlich ein Traum in Erfüllung gegangen. Die frisch „gebackene“ Abiturientin hat den Zuschlag erhalten, im September nach ihrem beneidenswert guten Abschluss am Goethe-Gymnasium nun ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege zu beginnen: auf dem Feuerschiff Elbe 1 in Cuxhaven.

Die junge Einbeckerin ist damit die erste weibliche FSJ-lerin, die für ein Jahr auf dem maritimen Denkmal anheuern und in einer bis dahin ausgewiesenen Männerdomäne mit noch echten Seebären tätig sein wird. Schon als Kind war sie von Feuerschiffen fasziniert, eine Faszination, die sich auch in ihrem Berufswunsch Schiffsmechanikerin niederschlägt. Den will sie, wenn alles wie gewünscht verläuft, nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr mit einer Lehre auf dem Schiff verwirklichen. Langfristiges Ziel – das Kapitänspatent. „Aber ich fange erst einmal langsam an“, lacht sie, „immer Schritt für Schritt“. Das technische Verständnis ist ihr quasi in die Wiege gelegt worden. Vater Wolfgang und Mutter Susanne sind Diplom-Ingenieure, „Mathe“, Chemie und Physik bereiteten der jungen Frau überhaupt kein Problem, sondern vielmehr so viel Spaß, dass sie die drei Fächer bis zum „Abi“ als Leistungskurse belegte. Schon vor zwei Jahren hatte sie sich über die „Jugendbauhütten“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im für Niedersachsen zuständigen Stade für das FSJ auf dem zwischen 1948 und 1988 noch bemannten „schwimmenden Leuchtturm“ beworben. Vor zwei Monaten erreichte sie endlich die Zusage: Anne Hahnheiser kann mit dazu beitragen, das letzte Feuerschiff Elbe 1 (die nach dem früheren verdienstvollen Hamburger William Henry O’Swald benannte „Bürgermeister O'Swald II“) als nautisch technisches Denkmal nachhaltig betriebsbereit zu erhalten und der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu machen. Der tiefere Sinn der Stiftung Denkmalpflege dabei ist es, jungen Menschen neben praktischen Erfahrungen und erster beruflicher wie persönlicher Orientierung die Wertschätzung ihres kulturellen Erbes nahezubringen, indem sie an der geschichtsträchtigen Originalsubstanz arbeiten.

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