Ehrenamt wird groß geschrieben

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Vorstand und Geehrte im NFV-Kreis Northeim/Einbeck (von links): Marius Nutt („Fußballheld – Aktion Junges Ehrenamt“), Hartmut Denecke (FC Eintracht Northeim, er hat Tim Schwabe vorgeschlagen), 2. Vorsitzender Volker Mönnich, Ehrenamtssieger 2015 Tim Schwabe, Vorsitzender Bernd Anders, Eberhard Jakob (MTV Markoldendorf – „gute Seele“), Ehrenamtsbeauftragter Bernd Hornkohl und Ernst Homes (VfB Uslar – „gute Seele“).

LÜTHORST (boe) – Wenn zu einer Feier, Versammlung oder Tagung nach Lüthorst geladen wird, dann darf Wilhelm Busch, der über 50 Jahre seines Lebens bei seinem Onkel in Lüthorst gelebt hat, nicht fehlen. Das war beim „Tag des Ehrenamtes“ des NFV-Kreises Northeim/Einbeck nicht anders – passend zum Thema hatte Vorsitzender Bernd Anders nämlich ein Gedicht des berühmten Dichters und Malers mitgebracht, das sich auf das Ehrenamt bezog. Doch im Gegensatz zu Busch, der sagte: „Willst Du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt Dir geben“, erklärte Anders, dass das Ehrenamt nach wie vor enorm wichtig sei, weil sonst kein Ball rollen würde, es also gar keinen Fußball gäbe.

In diesem Sinne sei auch die jährlich stattfindende Dankeschön-Feier gedacht, betonte der Vorsitzende und ergänzte, dass es gerade die ehrenamtlich Tätigen seien, die jedes Jahr aufs Neue ihre Freizeit für den Fußball opfern und dafür sorgen, dass der Spielbetrieb im Kreis Northeim/Einbeck läuft. „Mein Dank richtet sich auch an Ihre Partnerinnen und Partner, die oft ein hohes Maß an Geduld und Toleranz für die ehrenamtliche Tätigkeit aufbringen“, sagte Anders, der im Saal des Landhotels „Wilhelm Busch“ unter anderem auch die Ehrenmitglieder Friedhelm Gehrke und Ernst Hennies, den Ehrenvorsitzenden Gerhard Haupt und den KSB-Vorsitzenden Heinz-Jürgen Ehrlich begrüßen konnte. Gewissermaßen in Doppelfunktion war Tim Schwabe vom FC Eintracht Northeim zu Gast: Zum einen hielt der engagierte Jugendtrainer einen interessanten Kurzvortrag zum Thema „Ehrenamt imWandel“, zum anderen wur-de Schwabe aufgrund seiner ehrenamtlichen Leistungen, die man laut Anders „wirklich nur als außergewöhnlich und herausragend einstufen kann“, zum Ehrenamtspreisträger 2015 gekürt. Wie der NFV-Kreisvorsitzende in seiner Laudatio betonte, habe sich der 26-jährige BWL-Student schon mit jungen Jahren in seinem Heimatverein SV Ihme-Rohoven um den Fußball-Nachwuchs gekümmert und sei seit 2012 ebenso erfolgreich beim FC Eintracht und beim JFV Northeim tätig. Hier habe sich Schwabe dann nicht nur als Trainer der A- und B-Junioren engagiert, sondern habe sich auch hinter den Kulissen mit zahlreichen neuen Ideen eingebracht. „Tim ist ein Mann der Tat“, hatte Hartmut Denecke, der 2. Vorsitzende des FC Eintracht Northeim, in seinem Bewerbungsschreiben mitgeteilt – „mit seiner offenen Art ist er in der Lage, andere zu begeistern und mitzuziehen“. Das sei auch beim Bau des Northeimer Kunstrasenplatzes der Fall gewesen, den Anders als Schwabes „Meisterstück“ bezeichnete. Neben der Auszeichnung des NFV-Kreises Northeim/Einbeck, die unter anderem ein Dankeschön-Wochenende in Barsinghausen beinhaltet, wurde Schwabe vom DFB in den „Club 100“ berufen, wozu auch eine zentrale Ehrungsveranstaltung im Rahmen eines Länderspiels der A-Nationalmannschaft gehört. Eine weitere Ehrung wurde Marius Nutt vom JFV Northeim zuteil. Dem 21-Jährigen wurde der Titel „Fußballheld 2015“ verliehen, weil er als Trainer der E-Junioren seinen Schützlingen Werte wie Fairness und Demut vorlebt und ihnen ein sehr gutes Vorbild für eine gute Arbeits- und Lebenseinstellung ist. „Er hilft seinen Spielern nicht nur beim Fußballtraining, sondern auch bei den Hausaufgaben“, hatte Bernd Anders die Bewerbung der JFV- Ehrenamtsbeauftragten Son- ja Staats verlesen – außerdem würde Marius auch bei Veranstaltungen und sozialen Projekten seines Vereins jederzeit mithelfen. Belohnt wurde der Northeimer, der übrigens selbst noch aktiv und Kapitän der zweiten Herrenmannschaft ist, mit einer fünftägigen Fußball-Bildungsreise nach Spanien. Drei weitere Ehrungen betrafen schließlich die „Stillen Stars des Ehrenamtes“, die kurioserweise alle drei Platzwarte ihres Vereines sind. Weil Herbert Fuchs vom TSV Hollenstedt nicht in Lüthorst dabei sein konnte, beschränkten sich Vorsitzender Bernd Anders, 2. Vorsitzender Volker Mönnich und Ehrenamtsbeauftragter Bernd Hornkohl auf die Auszeichnung von Eberhard Jakob (MTV Markoldendorf) und Ernst Homes (VfB Uslar): „Eberhard Jakob hat 1982 die Pflege der beiden Sportplätze des Vereins übernommen. Von ihm wird nicht nur der Rasen gemäht und abgekreidet, sondern er kümmert sich auch um das Drumherum – das heißt, die Lauffläche und die Zuschauerstufen bzw. zusätzliche Rasenflächen werden von ihm sauber gehalten und bearbeitet. Büsche und Bäume müssen jährlich beschnitten und das Laub geharkt und entsorgt werden. Eberhard ist die Zuverlässigkeit in Person. Er behandelt die Sportplätze des MTV Markoldendorf, als wären es seine eigenen. Charakterlich muss man ihn als aufrichtig, ehrlich und überaus fleißig beschreiben. Die silberne und goldene Ehrennadel seines Vereins hat er sich mehr als verdient.“ „Ernst Homes gilt als sehr ordnungsliebender Mensch, und das vereinseigene Gelände des VfB Uslar liegt in der unmittelbaren Nachbarschaft seines Zuhauses. Das Vereinsgelände also ständig vor Augen, forderte ihn heraus, dieses auch sauber zu halten und zu pflegen. So mäht er schon seit über zehn Jahren ständig entsprechende Rasenflächen und die große Böschung. Ernst Homes wird von den Vorstandsmitgliedern als „feiner Kerl“ und als die „Seele des Vereins“ beschrieben. Ständig ist er erreich- und ansprechbar. Bei ihm muss man nicht lange bitten, wenn es darum geht, für Vereinsvorhaben mit anzupacken. So ist er auch zu einer Art Hausmeister des Vereinsheimes geworden, der seine eigene Werkstatt für den VfB zur Verfügung stellt.“ Für den musikalischen Rahmen der Traditionsveranstaltung sorgte diesmal Mario Schelm aus Markoldendorf, während die Video-Clip-Dancing-Formation „WHO“ vom SC Volpriehausen mit ihren Tanzeinlagen genau den Geschmack der Gäste getroffen hat.

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