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Spannende Einblicke in die Forschung

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Forschungsprojekt MigRamp  Ilme mit Ralph Eikenberg und HullerserInnen
Kernfrage des Projektes ist, welche Wege Fische beim Aufstieg über eine naturnahe Sohlengleite nehmen und wie diese von der Strömung und der Gestaltung des Bauwerks abhängen. Die Durchgängigkeit für Fische und andere Wassertiere ist eine wesentliche Voraussetzung für funktionierende Fließgewässer. © Ortsrat Hullersen

Hullersen – Kürzlich bekamen interessierte Hullerser Bürgerinnen und Bürger spannende Einblicke in die Ilme und ihre schuppigen Bewohner. Anfang Juli waren auf der Sohlengleite an der Ausleitung des Einbecker Mühlenkanals Unterwasserkameras installiert, mit denen die Wanderbewegungen von Fischen auf dem Bauwerk beobachtet und dokumentiert wurden. Das Ganze war Teil des Forschungsprojektes „MigRamp“ an der Technischen Universität Braunschweig, in dem die Ilme-Sohlengleite eine ganz entscheidende Rolle spielt. 

Die Kernfrage des Projektes ist, welche Wege Fische beim Aufstieg über eine naturnahe Sohlengleite nehmen und wie diese von der Strömung und der Gestaltung des Bauwerks abhängen. Die Durchgängigkeit für Fische und andere Wassertiere ist eine wesentliche Voraussetzung für funktionierende Fließgewässer. Ralph Eikenberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leichtweiß-Institut für Wasserbau (LWI) und Bearbeiter des Projektes, stellte den wissbegierigen BesucherInnen das Setup vor und erläuterte anschaulich die bisherigen Projektinhalte. Die insgesamt 15 Kameras waren an verschiedenen Stellen auf dem Bauwerk aufgestellt und zeichneten kontinuierlich auf, was am Ende der zweiwöchigen Kampagne eine enorme, aber sehr wertvolle Datengrundlage lieferte. Die Videos wurden anschließend mit Hilfe von Studierenden gesichtet und Schwimmpfade verschiedener Fischarten identifiziert. Diese einmaligen Naturdaten werden im nächsten Schritt mit Ergebnissen aus dem Labor verglichen. Die Laboruntersuchungen wurden von Ralph Eikenberg bereits im vorigen Jahr an einem 1:1-Modell der Ilme-Sohlengleite im Wasserbaulabor des Projektpartners Vattenfall in Schweden durchgeführt. Die BesucherInnen waren fasziniert zu sehen, mit welchem Aufwand, aber auch mit welcher Begeisterung hier praxisnahe und nachhaltige Forschung betrieben wird. Die Ergebnisse des Projektes werden in künftige Planungen naturnaher Sohlengleiten einfließen, so dass Praxisakteure wie der Leineverband, der ebenfalls Projektpartner ist, davon profitieren.

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