Schüler sammeln Müll, um Schöpfung zu bewahren

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Die Kinder waren voller Enthusiasmus bei der Sache: Mit den fleißigen Müllsammlern der Klasse 5b der Rainald-von-Dassel-Schule im Bild Bürgermeister Gerhard Melching, die Lehrerinnen Nora Wegener und Bianca Stück, Ortsbürgermeisterin Heike Hoffmann und ihre Ortsratskollegen Eckhard Brandes und Rolf Albrecht. 

DASSEL Erstmals seit Jahren haben Dasselaner wieder gemeinsam zu Handschuhen, Zangen und Tüten gegriffen, um den achtlos von Mitmenschen in die Natur geworfenen Unrat aufzusammeln und einer fachgerechten Entsorgung zuzuführen.

„Ihr seid die Ersten, die sich bei mir gemeldet haben“, richtete sich Dassels Bürgermeister Gerhard Melching während eines Kurzempfangs im Foyer des Rathauses an die Gruppe, die ihre Ankündigung gleich in die Tat umsetzen wollte: Es handelte sich um Kinder. Den 12 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 13 Jahren aus der Klasse 5b der Rainald-von-Dassel-Schule überreichte er Handschuhe – „die kleinsten, die ich bekommen konnte“ und erntete den Applaus der Umwelt-Kids. Den gab er postwendend und des Lobes voll zurück: „Der Applaus gilt allein Euch!“ Im Religionsunterricht mit Lehrerin Nora Wegener hatte sich die Klasse mit dem Thema „Schöpfung bewahren“ auseinandergesetzt. Da war der Bogen zu Natur- und Umweltverschmutzung bald gespannt, schnell stand auch die Frage im Raum, was eigentlich jede(r) Einzelne vor Ort dazu beitragen kann, um die Schöpfung zu bewahren. Die Idee, in der Innenstadt Müll aufzusammeln, war geboren, ihre Umsetzung erfolgte zum Abschluss der Unterrichtseinheit. In Kleingruppen machten sich die SchülerInnen auf, begleitet wurden sie dabei auch von Eckhard Brandes und Rolf Albrecht vom Ortsrat, der die vorbildliche Aktion der Umwelt-Kids mit Mülltüten und Zangen unterstützte und die vollen Mülltüten entsorgte. Ortsbürgermeisterin Heike Hoffmann fand es „ganz toll“, dass sich der Dasseler Nachwuchs so für seine Umwelt einsetzt „und den Müll anderer Leute wegräumt“. Das sei ein „guter Denkanstoß“ für andere, den eigenen Müll eben nicht in die freie Natur oder einfach auf die Straße zu werfen. Im Rahmen ihrer einstündigen Müllsammelaktion in der Dasseler Kernstadt kam so manches zum Vorschein, dessen sich Zeitgenossen völlig sinnentleert auf Gehwegen und in Parks entledigen, wohl in der Hoffnung, es werde wie von Geisterhand schon irgendwie verschwinden, aber wahrscheinlicher, weil sie einfach zu bequem sind: So fanden sich gebrauchte Papier-Taschentücher, Bonbonpapier, (sogar Pfand-)Flaschen und jede Menge Zigarettenkippen, häufig genug nur wenige Meter vom öffentlichen Mülleimer entfernt... con

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