Baustraße 21 mit Städtebaufördermitteln saniert

Rote Ziegelsteine, neues Innenleben

Baustraße 12 abgeschlossenes Sanierungsprojekt BM Freikirchen-Vertreter
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Gemeinsam stolz auf das gelungene Sanierungsprojekt Baustraße 21: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (v.l.), Jochen Voges vom Arbeitskreis für Christliche Sozialarbeit, Denkmalpflegerin Krimhild Fricke, Pastor Lothar Leinbaum und Gemeindeleiterin Claudia Taufall.

Einbeck – Stolz und Freude, Dank und Zufriedenheit: Nach dreijähriger Sanierung hat die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Einbeck jetzt ihr runderneuertes Fachwerkhaus in der Baustraße 21 präsentiert. Im Erdgeschoss ist die Beratungsstelle des Arbeitskreises für Christliche Sozialarbeit (ACS) untergebracht. Darüber sind drei Wohnungen mit rund 65 Quadratmetern Wohnfläche zeitgemäß modernisiert und inzwischen neu vermietet worden.

Das Projekt wurde mit erheblichen Mitteln aus der städtebaulichen Förderung umgesetzt und gilt als gelungenes Beispiel für denkmalgerechte Gebäudesanierungen und Teilerneuerungen in den uralten Wohnvierteln der Fachwerkstadt Einbeck. So rief Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek noch unentschlossene Hausbesitzer dazu auf, mögliche Förderanträge für eigene Sanierungsfälle über die Stadtverwaltung zu formulieren.

Mit der neuen Fachwerk-Fassade trägt das Haus Nr. 21 zur nachhaltigen Aufwertung des gesamten Innenstadt-Quartiers beidseits der Baustraße bei, frohlockte Denkmalpflegerin Krimhild Fricke von der städtischen Stadtentwicklung. Ohne die Fördermittel aber wäre die Sanierung „für uns als Gemeinde gar nicht leistbar“ gewesen, unterstrich Pastor Lothar Leinbaum. Nur mit „vereinten Kräften“ der freikirchlichen Gemeinde und viel Eigenleistung bei den Vorarbeiten sei das Sanierungsprojekt zu stemmen gewesen. Gerade beim Mauerdurchbruch, erinnerte Gemeindeleiterin Claudia Taufall, sei reichlich Staub zu schlucken gewesen. Dank der fachlichen Begleitung durch die Stadtverwaltung sei die Sanierung jetzt erfolgreich abgeschlossen worden, betonte ACS-Vorsitzender Jochen Voges. Erfreulicherweise sei „die städtische Denkmalpflege über ihren Schatten gesprungen“. Sanierungsträger war die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK).

Im Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert war eine Druckerei unterbracht, bevor die freikirchliche Gemeinde das Haus übernahm. Der drückende Modernisierungsbedarf wurde 2018 unübersehbar, als mehrere Gefache aus der Hauswand zum Kindergarten-Sandkasten nebenan herausfielen und schädlicher Schimmel im Mauerwerk spross. Zudem hatte ein Wasserschaden Schäden am Haus verursacht. Experten rieten zur Stilllegung. Doch dank der Städtebauförderung für kleine Städte und Gemeinden sei die grundlegende Sanierung realistisch geworden.

Die Fassade des Hauses war bereits einmal umgebaut worden. Dabei waren die ursprünglichen roten Ziegelsteine durch gelbe Klinkersteine ersetzt worden, die allerdings Feuchtigkeiten nicht gut aufnahmen und so zu weiteren Gebäudeschäden beitrugen. Deshalb sei auf die hochgebrannten Gelbklinker verzichtet worden. Im Keller seien zum Glück noch originale rötliche Ziegel gefunden worden, die das Hausklima richtig verbesserten. Die Planungsarbeiten führte das Büro Cortnum aus, den denkmalgerechten Lehmputz im Inneren erledigte Firma Mattern. Meinungsverschiedenheiten, so ACS-Vorsitzender Voges, hätte es in der Gemeinde allerdings über die Fenster-Auswahl gegeben. Eingebaut worden seien nun nach außen schwingende Fensterflügel. In den drei frischgemachten Wohnungen wurden praktische Einbauküchen und wirkungsstarke Heizkessel installiert.    cmf

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