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Rathaus-Sanierung und ISEK stehen ganz oben

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Hat sich für 2015 einiges vorgenommen: Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz. © Foto: Boeckler

BAD GANDERSHEIM (boe) – Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz ist ruhig ins neue Jahr gekommen – „ganz gemütlich bei einer Feuerzangenbowle im Kreise meiner Lieben“, wie die 57-Jährige jetzt im Gespräch mit der EULE erzählt hat. Wieder zurück im Rathaus, war es mit der Ruhe schnell vorbei, schließlich muss auch 2015 eine ganze Reihe von Projekten in Angriff genommen werden

Ganz oben auf der Prioritätenliste der seit November des vergangenen amtierenden Bürgermeisterin stehen dabei die ersten Schritte zu einem Gesamtkonzept für die Stadt mit ihren 15 Ortsteilen. „Mein Ziel ist eine zukunftsgerechte Entwicklung Bad Gandersheims als zentraler Kultur- und Gesundheitsstandort in der Region“, sagt Franziska Schwarz. Bad Gandersheim soll lebenswert und anziehend für Einheimische, Gäste und Investoren sein – das wiederum werde nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft sowie mit Hilfe des Landkreises und des Landes gelingen. „Zunächst brauchen wir ein Gesamtkonzept für die Entwicklung von Stadt und Dörfern. Das ist die Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln und für den Einsatz eigener Haushaltsmittel.“

Ein erster Schritt sei hier die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für Bad Gandersheim. „Ohne ein solches ISEK können zum Beispiel keine Anträge auf städtebauliche Förderung gestellt werden“, erklärt die Bürgermeisterin. „Daher habe ich in den Fachausschüssen beantragt, für die Erstellung eines ISEK Angebote von mindestens drei erfahrenen Planungsbüros einzuholen. Ende Februar wird der Rat endgültig darüber entscheiden, bis Anfang Juni muss der Förderantrag vorliegen.“ Wichtig sei, dass nicht erneut ein kostspieliges Konzept erstellt wird, das nur in der Schublade verschwindet, „wir brauchen vielmehr eine Planung, die auch realisierbar ist. Die Ausschüsse haben daher mit Mehrheit beschlossen, dass im jeweiligen Angebot Zeitplan und Kostenschätzung für eine Bedarfsanalyse, die Prüfung der Förderfähigkeit, Maßnahmebeschreibung und Planung sowie Umsetzungszeitraum und Gesamtkosten enthalten sein sollen“, so Schwarz.

 Bei der Erstellung des ISEK sollen ihrer Meinung nach folgende Ziele berücksichtigt werden: • Attraktivitätssteigerung als Kultur- und Gesundheitsstandort für Einheimische, Gäste und Investoren (Berücksichtigung insbesondere der historischen Altstadt, der Kuranlagen sowie der bisher nicht sanierten Stadtgebiete), • Barrierefreiheit (Anforderungen an eine inklusive Kommune), • Bürgerbeteiligung (Einbeziehung von Wirtschaft, Gesundheitsanbietern, Ehrenamtlichen; Beteiligung von Kindern und Jugendlichen für ihre Belange), • Chancen und Risiken einer Landesgartenschau. „Der Weg zur Entwicklung von Stadt und Dörfern wird nicht leicht“, meint die Bürgermeisterin, „denn Bad Gandersheim verfügt praktisch über keine eigenen Mittel. Sanierungsstau und Handlungsbedarf sind groß, doch die ersten Schritte sind zumindest gemacht.“

Nicht weniger wichtig als das ISEK und zugleich eine große Verpflichtung ist der Bürgermeisterin die Sanierung des historischen Rathauses, die insgesamt über drei Millionen Euro kosten soll und deren ersten Bauabschnitt die Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim mit 80.000 Euro unterstützen will. „Es geht dabei nicht um die Verwaltung, sondern vielmehr um die Erhaltung eines historischen Denkmals von nationalem Rang für die Stadt“, betont Franziska Schwarz. Für das finanziell arg gebeutelte Bad Gandersheim bedeute die Sanierung einen wahren Kraftakt – im Rahmen des Entschuldungsvertrages mit dem Land Niedersachsen habe man sich nämlich verpflichtet, die Ausgaben auf ein Minimum zu beschränken und neue Schulden zu vermeiden. Die Stadt habe sich mit der Mehrheit aus allen Ratsfraktionen entschlossen, das Mammutprojekt in acht Etappen anzupacken. Die erste – und die betrifft die marode Westfassade – würde etwa 330.000 Euro kosten und müsse so schnell wie möglich in Angriff genommen werden. „Wir hoffen, dass wir durch Zuschüsse und vielleicht auch Bürgerspenden unseren Eigenanteil auf unter 20 Prozent drücken und vielleicht auch schneller fertig sein können“, sagt die Bürgermeisterin, die für das laufende Jahr noch folgende Themen auf der Agenda hat: • die Umgestaltung bzw. Modernisierung der städtischen Homepage, • eine stärkere Kooperation mit den Paracelsus-Kliniken, • die zukunftsgerechte Aufstellung des Baubetriebshofes • und damit verbunden auch die weitere Beteiligung der Dörfer an der Grünpflege. „Nur begrenzten oder gar keinen Einfluss haben wir bei der Frage nach einem neuen Kurhaus, bei der Suche nach einer Lösung zur Nutzbarkeit des Buswartehäuschens am Bahnhof oder bei der Umsetzung von Südniedersachsenplan und LEADER-Region“, meint Franziska Schwarz. Längerfristig im Auge behalten wolle man die Betreuung von Flüchtlingen und die Ansiedlung von Windparks.

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