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Getreide-Jungpflanzen im Gewächshaus.
Getreide-Jungpflanzen im Gewächshaus. © Roman Thomas (KWS)

Einbeck – „KWS ist aufgrund eines starken Getreide- und Rapsgeschäfts mit hohem Tempo ins neue Geschäftsjahr gestartet“, kommentierte Eva Kienle, Finanzvorstand von KWS. „Die Nachfrage nach landwirtschaftlichem Saatgut entwickelt sich angesichts vorteilhafter Marktpreise für Agrarrohstoffe weiterhin sehr positiv. Wir erwarten, dass dieser Trend anhält und gehen daher für das laufende Geschäftsjahr von mehr Wachstum als ursprünglich prognostiziert aus. Gleichzeitig sehen wir im aktuellen Inflationsumfeld weiterhin spürbare Kostensteigerungen, denen in Teilen höhere Verkaufspreise gegenüberstehen.“

Die Umsatzerlöse der KWS-Gruppe sind in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2022/2023 rund 21 Prozent gestiegen und erreichten einen Wert von 266,3 (220,8) Millionen Euro. Der Anstieg resultierte insbesondere aus der deutlichen Ausweitung unseres Getreidegeschäfts in Europa. Währungseffekte wirkten sich in Summe geringfügig auf den Umsatz aus. Die operativen Ergebniskennzahlen der KWS-Gruppe sind im ersten Quartal turnusgemäß negativ, verbesserten sich jedoch gegenüber dem Vorjahr. Das EBITDA erreichte -7,1 (-9,7) Millionen Euro, das EBIT betrug -33,1 (-42,1) Millionen Euro. Dabei standen einem deutlich gestiegenen Bruttoergebnis geplant höhere Kosten für Forschung & Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung gegenüber. Das Finanzergebnis ging unter anderem aufgrund -46,2 (-43,3) Millionen Euro bzw. -1,40 (-1,31) Euro je Aktie. Der Freie Cashflow verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund von erhaltenen Anzahlungen auf Saatgutlieferungen für die bevorstehende Verkaufssaison auf -72,0 (-105,7) Millionen Euro.

Geschäftsentwicklung nach Segmenten:

Der Umsatz im Segment Mais stieg im ersten Quartal 2022/2023 um etwa 15 Prozent auf 82,1 (71,2) Millionen Euro. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung waren gestiegene Preise in Argentinien. In den Regionen Europa und Nordamerika wurden im Berichtsquartal saisonbedingt keine nennenswerten Umsätze erzielt. Da das Segment den wesentlichen Teil des Jahresumsatzes erst im dritten Geschäftsquartal (Januar bis März) generiert, blieb das Segmentergebnis auch vor dem Hintergrund inflationsbedingter Kostensteigerungen mit -46,5 (-40,1) Millionen Euro turnusgemäß negativ.
 

Das Segment Zuckerrüben, das im ersten Quartal saisonbedingt nur geringe Umsätze erwirtschaftet, erzielte im Berichtsquartal einen Umsatzanstieg auf 20,1 (18,3) Millionen Euro, im Wesentlichen aufgrund von Zuwächsen in Nordamerika und Osteuropa. Das Segmentergebnis lag mit -34,4 (-32,4) Millionen Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres, negativ wirkten sich dabei Hyperinflationseffekte in der Türkei aus.
 

Der Umsatz im Segment Getreide stieg im Berichtsquartal deutlich und erreichte einen Wert von 155,7 (121,2) Millionen Euro, dies entspricht einem Zuwachs von rund 28 Prozent. Wesentlicher Treiber des starken Wachstums war erneut das Geschäft mit Roggen- sowie Rapssaatgut, das um 27 Prozent bzw. 26 Prozent zulegte. Der deutliche Anstieg bei Roggensaatgut resultierte neben einer gestiegenen Nachfrage und höheren Preisen auch aus saisonalen Effekten (insbesondere in Deutschland früherer Verkauf im Vergleich zur Vergleichsperiode). Das KWS-Sortenportfolio für Rapssaatgut verzeichnete vor allem in Frankreich deutliche Zuwächse (mengen- und preisbedingt). Ebenfalls erfreulich entwickelten sich die Umsätze mit Weizen- und Gerstensaatgut. Hohe Wachstumsraten markierte das Segment Getreide zudem in den zukunftsträchtigen Bereichen Zwischenfrüchte und Öko-Saatgut. KWS ist mit ihrem breiten Portfolio und als eines der führenden Züchtungsunternehmen in Europa gut positioniert, um von der Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft zu profitieren. Vor dem Hintergrund des starken Umsatzwachstums und eines verbesserten Produktmixes verzeichnete das Segmentergebnis einen überproportionalen Anstieg auf 62,3 (43,1) Millionen Euro.
 

Im Segment Gemüse stieg der Umsatz um rund 8 Prozent auf 10,9 (10,2) Millionen Euro, im Wesentlichen aufgrund eines höheren Absatzes von Spinatsaatgut in Asien. Das Segmentergebnis verbesserte sich infolge geringerer Effekte aus der Kaufpreisallokation auf -2,6 (-4,5) Millionen Euro zu. Ohne Berücksichtigung dieser Effekte lag das Segmentergebnis bei -0,2 (0,4) Millionen Euro. Das Segmentergebnis beinhaltet zudem F&E-Aufwendungen in Höhe von 3,2 (2,0) Millionen Euro für den langfristigen Aufbau der KWS-Gemüsezüchtung.
 

Die Umsatzerlöse im Segment Corporate lagen bei 1,5 (2,3) Millionen Euro. Diese werden im Wesentlichen durch unsere landwirtschaftlichen Betriebe generiert. Da im Segment Corporate sämtliche übergreifende Kosten für die zentralen Funktionen der KWS Gruppe sowie grundlegende Forschungsaufwendungen abgebildet werden, fällt das Segmentergebnis regelmäßig negativ aus. Das Segmentergebnis lag insbesondere aufgrund höherer Ausgaben für Forschung & Entwicklung mit -30,7 (-25,2) Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.
 

Prognosen für das Geschäftsjahr 2022/2023:

Für die KWS-Gruppe erwartet der Vorstand aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung nach den ersten drei Monaten für das Geschäftsjahr 2022/2023 nunmehr ein Umsatzwachstum (auf vergleichbarer Basis, ohne Währungs- und Portfolioeffekte) von 10 bis 12 Prozent (bisher: 7 bis 9 Prozent). Die EBIT-Marge wird weiterhin zwischen 10 und 11 Prozent erwartet. Die Forschungs- & Entwicklungsquote soll in einer Spanne von 18 bis 20 Prozent liegen. Für die KWS-Produktsegmente bleiben die bisherigen Prognosen unverändert – „wir erwarten weiterhin jeweils ein deutliches Umsatzwachstum (auf vergleichbarer Basis) und EBIT-Margen auf Vorjahresniveau“.

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