„Leben in einer sicheren Region“

+
PK-Leiter Peter Volkmar (l.) mit Cornelia Klausch, der Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, und Thomas Papenberg (Leiter des Einsatz- und Streifendienstes). 

EINBECK Seine Jahresstatistik hat jetzt das Polizeikommissariat Einbeck vorgelegt. Rückläufige Zahlen bei den Straftaten, dazu eine hohe Aufklärungsquote von 70,32 Prozent: Damit, so die seit Oktober 2016 als Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes in Einbeck tätige Kriminalhauptkommissarin Cornelia Klausch, spiegele Einbeck die „völlig normale Kriminalität einer Gesellschaft ohne kriminelle Schwerpunkte“. Ihr Fazit: „Wir leben hier in einer sicheren Region, und das ist ein beruhigendes Gefühl.“ Landesweit liegt die Aufklärungsquote bei 62,30 Prozent.

Den Einbecker Ermittlern spielt bei ihrer hohen Aufklärungsquote in die Hände, dass in der Region verhältnismäßig wenig überregionale Täter agieren, die eher die Nähe zu Autobahnen schätzen, sondern vorwiegend regionale Täter aktiv sind, die sich besser ermitteln lassen. Zudem ist die Belastung an Vorgängen im Vergleich Kommissariaten in Großstädten in Einbeck naturgemäß geringer. Mit 453 Vorgängen machten die Diebstähle 2017 die meisten Straftaten aus, bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten fielen 397 an, Rohheitsdelikte schlugen mit 366 zu Buche, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit 38. Bei den Wohnungseinbrüchen hat das PK Einbeck mit einer Aufklärungsquote von 61 Prozent die höchste der letzten zehn Jahre vorgelegt. Neben der Ermittlerarbeit mit ausschlaggebend da- für waren verstärkte Kontrollen, aber auch immer aufmerksamere Nachbarn. „Man sollte uns lieber einmal zu viel als einmal zu wenig rufen“, betont PK-Leiter Peter Volkmar. „Denn dafür sind wir da. Und dafür werden wir auch bezahlt.“

Die Verkehrsunfallzahlen bewegen sich seit einigen Jahren stabil bei jährlich rund 800. Im Bereich des Zuständigkeitsbereichs des PK Einbeck starb 2017 ein Unfallopfer infolge einer Vorerkrankung, die Zahl der Schwerverletzten sank um drei auf 24. Verkehrsunfallschwerpunkte werden genau unter die Lupe genommen, Bemühungen, die Zahl der Schwerverletzten oder Unfalltoten zu reduzieren, halten unvermindert an. Die Zahl der Unfallfluchten konnte zur Hälfte (oft durch Zeugen) aufgeklärt werden, auf Drogenfahrten haben die erfahrenen Gesetzeshüter ein besonderes Auge. Allein 54 Mal fischten sie Fahrer zur Blutentnahme aus dem Verkehr. Auch der Einsatz zweier Ermittlungsgruppen im Rauschgift-Bereich verfehlte seinen Erfolg nicht.

Was die fotografische Sicherung von Unfallorten anbelangt, ist das PK auf dem neuesten Stand: Seit einem Jahr wird von Einbeck aus das rechnergestützte Tataufnahmesystem „Phidias“ eingesetzt, nachdem der Unfalldienst in Göttingen aufgelöst worden war. PK-Leiter Peter Volkmar hatte bereits vor seinem Wechsel nach Einbeck lange bei der Autobahnpolizei mit dem System gearbeitet, pro Schicht sind in Einbeck zwei speziell ausgebildete Beamte tätig, die über das notwendige Know-how im Umgang mit der digitalen Fotosicherung verfügen. In Einbeck ist daher auch ein komplett ausgestatteter Bulli stationiert. Wurden zunächst Drohnen eingesetzt, steht den Beamten jetzt ein sechs Meter hoher Mast für aussagekräftige Fotos zur Verfügung. Die Experten Müller und Johanning sind zudem in der Lage, auch neue Kollegen auszubilden.

Wie der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Thomas Papenberg ausführte, bestehen an der Abfahrt von der B3/Umgehung Hansestraße Richtung Markoldendorf/Dassel und im Kreuzungsbereich B3-Abfahrt Salzderhelden Unfallschwerpunkte: Bei Salzderhelden kam es von Beginn 2015 bis Ende 2017 zu zehn Verkehrsunfällen mit einem Todesopfer, einem Schwer- und vier Leichtverletzten, wovon sich sieben Unfälle beim Überqueren der Kreuzung ereigneten. „Wir haben hier eine momentane Häufung, die wir uns nicht erklären können“, betonen Papenberg und PK-Chef Volkmar. „Wir behalten das im Auge.“ Trotz Geschwindigkeitsmessungen und des Heranziehens zusätzlicher Experten sei allerdings noch keine Lösung gefunden worden. Denn die Straße sei eigentlich gut einsehbar, auch besteht hier bereits eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Regelmäßige Geschwindigkeitsmessungen belegten, dass häufig zu schnell gefahren werde, sagt Papenberg. Die Polizei Einbeck befürworte deshalb bei Salzderhelden einen Verkehrskreisel, wie ihn der Salzderheldener Ortsrat bereits gefordert hat: „Damit wird die Zahl der schweren Verkehrsunfälle reduziert.“ con

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare