Vardeilsen: Kohnser Straße mit Bürgersteigen und Kanal-Hausanschlüssen für 1,9 Millionen Euro komplett

Neue Ortsdurchfahrt gegen Sturzflut, Lärm und Umwege

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Siebenfacher Scherenschnitt für freie Fahrt durch Vardeilsen: Alt-Ortsratschef und Neubau-Antreiber Hermann Kahle, Ortsbürgermeisterin Antje Sölter, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, der Bad Gandersheimer Geschäftsbereichsleiter Udo Othmer von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Landtagsabgeordneter Christian Grascha (auch für die MdL Uwe Schwarz und Joachim Stünkel) sowie Landkreis-Bauamtsleiter Ralf Buberti und Stadtbauamtschef Gerald Strohmeier bei der symbolischen Freigabe der L546-Ortsdurchfahrt.

VARDEILSEN (cmf) – Die neue Ortsdurchfahrt ist fertig: Für 1,9 Millionen Euro hat die Landesstraßenbaubehörde Bad Gandersheim die Kohnser Straße in Vardeilsen seit Juli 2013 komplett neu gebaut. Darauf haben Ortsrat und Einwohner gut drei Jahrzehnte gewartet. Ehrengäste aus den beteiligten Behörden lobten die hohe Qualität des Neubaus.

Am sichtfälligsten ist der neue Kreisel als Tempo-Bremse am westlichen Dorfrand. Mit der Einbecker Stadtentwässerung wurden entlang der L546 große Kanalrohre mit 80 Zentimetern Durchmesser verlegt, gleich mit Hausanschlüssen. Damit soll Niederschlag bei Starkregen viel schneller abfließen und nicht – wie beim Rekord von 2008 – in wenigen Minuten als Sturzflut in die unteren Häuser schwappen. Genau das hat den Bewohnern bei jedem Gewitter Angst gemacht. Jetzt sind die Sandsack-Reserven nicht mehr nötig. Vorbei sind auch lange teure Umwege für Tagespendler und Landwirtschaft. Schon vor 30 Jahren war Vardeilsens Kohnser Straße kaputt. Erst kamen die Panzer, dann Laster, Lärm und Frostbeulen. Vor 28 Jahren formulierte der Ortsrat erstmals das dringende Sanierungsbegehren. Chronische Ebbe in den Landeskassen verhinderte die frühere Grundsanierung. Erst 2008 passierte der nötige Bebauungsplan den Einbecker Stadtrat. Jetzt hat Ortsbürgermeisterin Antje Sölter mit Amtsvorgänger Hermann Kahle, Vertretern der projektbeteiligten Behörden und Landtagspolitiker Christian Grascha die L546-Ortsdurchfahrt für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Damit hat das Beke-Dorf nicht länger die schlimmste Durchgangsstraße Niedersachsens (SPD-Umfrage 2010). Derzeit sind gut 80 Streckenkilometer im Kreis Northeim völlig ruiniert, der Investitions- und Sanierungsstau schwächt die ländliche Infrastruktur. Unter Federführung des Straßenbau-Geschäftsbereichs Gandersheim wird derzeit die B64-Ortsdurchfahrt Wenzen erneuert.

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