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Gesundheitsrisiken sollten nicht unterschätzt werden

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FDP-Schlossempfang in Brunshausen (von links): Dr. med. Thomas Carl Stiller, Christian Grascha, Bundestagskandidatin Nicole Langer und Irnfried Rabe. © Foto: Boeckler

BRUNSHAUSEN (boe) – Dr. med. Thomas Carl Stiller, der Gastredner beim 4. Liberalen Schlossempfang der FDP-Kreistagsfraktion Northeim, war gewissermaßen auf der „Durchreise“, als er im Rosencafé Brunshausen jetzt zum Thema „Windenergie und deren Auswirkungen auf den Menschen“ referierte. Nur einen Tag später war der Allgemeinmediziner aus Barterode im Landkreis Göttingen nämlich beim Deutschen Institut für Normung in Berlin zu Gast und hatte sich als Mitglied der Arbeitsgruppe „Ärzte für Immissionsschutz“ über den Stand der Dinge bei der DIN-Norm 45680, der Norm zur Messung und Bewertung tieffrequenter Geräuschimmissionen, informiert.

„Zwischen zehn und 30 Prozent der Bevölkerung können unter den Folgen von Infraschall leiden, der von Windkraftanlagen und anderen Quellen wie beispielsweise Blockheizkraftwerken ausgeht“, erklärte Stiller und ergänzte, dass dies nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge unter anderem zu Schwindel und Kopfschmerzen, zu Schlaflosigkeit und Herzrhythmusstörungen, zu Migräne, Stress und Tinnitus führen könne. Stiller bedauerte, dass es an wissenschaftlichen Studien zu tieffrequentem Schall mangele und dass auch die neue DIN 45680 den aktuellen Herausforderungen nicht vollständig gerecht werde. „Das Problem wird von den Behörden immer noch unterschätzt“, sagte Stiller und zitierte aus bislang vorliegenden Studien, dass Infraschall grundsätzlich die gleichen Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden wie Schall und Lärm habe. Ebenso wie radioaktive oder ultraviolette Strahlung sei tieffrequenter Schall nicht wahrnehmbar, habe aber trotzdem Auswirkungen. „Infraschall lässt sich durch keine Schutzmaßnahme bremsen“, mahnte der Mediziner – er sei noch in zehn Kilometern Entfernung von Windkraftanlagen nachweisbar. Grundsätzlich lehne er die Windenergie nicht ab, meinte Stiller, im Gegenteil: er halte sie sogar für notwendig. Allerdings gebe es genügend Gegenden, an denen Windräder weder den Menschen noch die Natur beeinträchtigen würden. Mit der Arbeitsgruppe „Ärzte für Immissionsschutz“ sei es sein Ziel, die Rahmenbedingen dafür mit zu gestalten, dass das notwendige Geld investiert wird, um die Windräder genau in diese Gegenden zu bringen. Wie Fraktionsvorsitzender Irnfried Rabe und Kreisverbandsvorsitzender Christian Grascha zu Beginn des Empfangs betont hatten, möchten sich die Freien Demokraten in diesem Jahr neben der Energiepolitik und ihren Auswirkungen auf die Menschen weiterhin für eine vielfältige Schullandschaft, für die Sanierung des Kreishaushaltes und für eine erfolgreiche Gründerkultur einsetzen. Bei Grünkohl und Bregenwurst wurden diese Themen dann noch weiter diskutiert.

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