Linus Natho aus Odagsen für die Wahl zum „Behindertensportler des Jahres“ nominiert

Der absolute Höhepunkt seiner sportlichen Karriere

Würde sich über die Stimme der EULE-Leser freuen: Schwimmer Linus Natho. Foto: Boeckler

ODAGSEN (boe) – Sie alle haben in diesem Jahr große sportliche Erfolge gefeiert – nun steht sechs Athletinnen und Athleten aus Niedersachsen ein weiterer aufre­gender Höhepunkt ins Haus: Der Behinderten-Sportverband Nieder­sachsen (BSN) hat sie für die Wahl zum „Behindertensportler des Jahres 2016“ nominiert und möchte damit zeigen, wie erfolgreich bereits der Nachwuchs in seiner jeweiligen Sportart ist. Einer der nominierten Athleten ist Linus Na- tho aus Odagsen, der als gehandicapter Schwimmer im vergangenen Jahr mit zahlreichen Spitzenplatzierungen für Furore gesorgt hat.

Die EULE hat sich mit dem 17-jährigen Schüler, an dessen linker Hand bis auf den Daumen alle Finger fehlen und er somit an einer sogenannten „Spalthand“ leidet, im Einbecker Hallenbad getroffen und mit ihm über seinen Sport, die Schule und seine Familie geplaudert. Das Einbecker Hallenbad ist für dieses Treffen bewusst gewählt worden, weil hier – zumindest in sportlicher Hinsicht – für Linus alles angefangen hat. Hier hat er als Sechsjähriger unter Hannelore Reichelt das Schwimmen erlernt, hier hat er das „Seepferdchen“ geschafft und hier hat er regelmäßig trainiert, nachdem er durch Familie Berlin aus Salzderhelden zum SC Hellas gekommen ist. Parallel zu seinem Training in Einbeck ist Linus Natho seit acht Jahren nun auch im BSN-Landeskader aktiv und wird hier von Regine Bräuer trainiert. 2011 wechselte der angehende Abiturient, der zurzeit die BBS Einbeck besucht und hier den Schwerpunkt Ökotrophologie gewählt hat, zu den Wasserfreuden Northeim und wurde beziehungsweise wird dort von Renate Pelda, Doris Hickmann und Nicola Mahnke betreut. Alle Trainerinnen – und natürlich auch seine Mutter Uta Natho – haben einen großen Anteil daran, dass der talentierte und durchtrainierte Schwimmer bei Behindertenwettkämpfen in seiner Altersklasse inzwischen zu den Besten gehört. Sie alle haben mit ihrer Unterstützung dafür gesorgt, dass sich Linus bereits Internationale und Deutsche Meistertitel erschwommen und zahlreiche Spitzenplatzierungen bei Landes- und Bezirksmeisterschaften erreicht hat. „Linus hat die seltene Fähigkeit, sich auf den Punkt zu konzentrieren und im Wettkampf seine Bestform abzurufen“, sagt zum Beispiel Landeskader-Trainerin Regine Bräuer – wenn es darauf ankommt, sei ihr Schützling äußerst ehrgeizig. „Das stimmt“, bestätigt der sympathische Einbecker, der sich neben dem Schwimmen bis vor kurzem auch noch mit Leichtathletik im Einbecker Sportverein, mit Ninjutsu in Stöckheim und an verschiedenen Geräten im „B.one“ fit gehalten hat. Wegen des im kommenden Jahr anstehenden Abiturs komme das Training derzeit aber leider etwas zu kurz. „Sechs Stunden pro Woche sind tatsächlich zu wenig, zumal in nächster Zeit der Sprung in den Seniorenbereich ansteht“, meint auch Trainerin Regine Bräuer. Apropos Zeit: Neben dem Schwimm-Training, dem Lernen für die Schule und dem Ausgleich bei Freunden und in der Familie gibt es noch etwas, das Linus Natho gerne macht: nämlich das Austragen der Mittwochs-EULE, die er erst vier Jahre lang gemeinsam mit seinem Bruder Lukas in Odagsen verteilt hat und wofür nun seit einem Jahr alleine zuständig ist.

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