„Keine Schönwetterhunde“

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Erhoffen sich „ein bisschen Anerkennung“ seitens der Stadt Einbeck für ihre ehrenamtlichen Leistungen: Mitglieder der DRK-Rettungshundestaffel um Christel Langhage. Ihr Einsatz war allein 2013 bei der Suche nach der zunächst vermissten Rentnerin Gisela Z. in Einbeck erforderlich, später bei vermissten Kindern im Solling und auf der Hube, einem Suizidgefährdeten in Katlenburg, einem dementen Rentner in Hardegsen und einem verschwundenen Diabetiker in Bad Lauterberg.

EINBECK (con) – Vier Jahre hat sich die Staffelleiterin der DRK-Rettungshundestaffel dafür eingesetzt, eine Steuerbefreiung für die ausgebildeten und zertifizierten Rettungshunde bei der Stadt Einbeck zu erwirken, jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Christel Langhage hatte sich nach einem Tipp aus dem Rathaus im Rahmen einer öffentlichen Ausschusssitzung an die Bürgervertreter gewandt – die SPD griff das Thema auf, am Dienstag dann kam endlich der „erste Schritt in die richtige Richtung“: Der Fachausschuss empfahl eine Anpassung der Satzung im Sinne der DRK-Rettungshundestaffel.

Bisher sieht die in Einbeck offenbar sehr streng ausgelegte Satzung lediglich Steuerbefreiungen bei Polizei-, Zoll- und Behindertenbegleithunden vor. „Wir waren hier an den Zukunftsvertrag gebunden“, erklärte der Vertreter der Bürgermeisterin, Dr. Florian Schröder, das Vorgehen der Stadt. „Wir mussten jede nur denkbare Einnahme generieren.“ Um keine weiteren Begehrlichkeiten zu wecken, soll die neue Ausnahmeregelung lediglich für die DRK-Rettungshunde gelten.

Die Rettungsteams werden nach der DIN Norm 13050 ausgebildet und auch geprüft. Diese Norm soll künftig ausschlaggebend für die Hundesteuer-Befreiung sein. In Christel Langhages Fall würde das eine jährliche Ersparnis von 84 Euro für ihre „Lissy“ bedeuten – gerade mal die Impfkosten. „Damit würden wir aber ein bisschen Anerkennung für unsere ehrenamtliche Leistungen von der Stadt erhalten“, sagt die 47-jährige Einbeckerin, im wirklichen Leben Fachberaterin in einem Aquaristikhandel. Zu ihrer Staffel gehören acht Teams aus Hundeführern und Hunden. Ihre Vorbereitung, vor allem die Einsätze, gelten in der öffentlichen Wahrnehmung als ganz selbstverständlich. Dass es sich um ein reines Ehrenamt handelt, ist kaum jemandem bewusst.

So ist die Staffel verpflichtet, wöchentlich mehrfach zu trainieren, sie trifft sich an den Wochenenden, trainiert meist zweimal unter der Woche, hinzukommt das Üben und Erziehen daheim. „Wir müssen unsere Hunde fit halten. Sie müssen bei jedem Wetter funktionieren, egal, ob Unwetter, Kälte oder Gewitter. Rettungshunde sind eben keine Schönwetterhunde.“ Und auch als Team müssen Hund und Hundeführer absolut verlässlich agieren und eine Einheit bilden. Schließlich sind sie Mitarbeiter im Katastrophenschutz. Jährlich leistet jedes ausgebildete Hundeteam allein 300 bis 350 Trainingsstunden in der Staffel ab.

Meist werden die Teams erst hinzugezogen, wenn andere Einsatzkräfte bei der Suche nach Vermissten an ihre natürlichen Grenzen stoßen – wenn es dunkel wird. Ihr Einsatzgebiet ist groß, es umfasst neben Einbeck und dem Landkreis Northeim noch Alfeld, Goslar, Duderstadt, Bad Sachsa, Friedland, Holzminden und Hameln. Längst ist durch Tests erwiesen, dass ein Team 25 Einsatzkräfte ersetzt. Wo Ketten von Suchkräften aufgaben, hatten die Hunde Vermisste schon nach 32 Sekunden entdeckt...

Christel Langhage hofft, dass der Rat der Stadt Einbeck die Steuerbefreiung für die DRK-Rettungshunde absegnet. Sollte die Entscheidung schon am 25. Juni fallen und nicht erst am 24. September, wird ihre Staffel der Ratssitzung allerdings nicht beiwohnen können: An diesem Abend wird es zu Demonstrationszwecken eine Übung mit der Polizei geben, mit der die Staffel kooperiert: „Wir stehen ihr 365 Tage im Jahr rund um die Uhr für Einsätze zur Verfügung“, sagt Langhage.

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