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„Wir sind Landrätin!“

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Auf zu neuen Ufern: Die parteilose Astrid Klinkert-Kittel wird für fünfeinhalb Jahre die Kreisverwaltung in Northeim führen. Für sie ist es „einer der Höhepunkte ihres Lebens“: Klinkert-Kittel fühlte sich während ihrer Kandidatur von der SPD „gigantisch unterstützt“ und „grandios aufgenommen“: Der Wahlerfolg sei gemeinsam erkämpft worden: „Das war ein großer Erfolg für die SPD im Landkreis.“ © Foto: Sürie

LANDKREIS NORTHEIM (con) – Schon nach dem ersten Wahlgang vor zweieinhalb Wochen hatte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen allen Grund, sich zu freuen, jetzt – nach der Stichwahl – auch allen Grund zum Jubeln: Zum ersten Mal steht eine Frau an der Spitze des Landkreises Northeim.

Astrid Klinkert-Kittel (parteilos) machte am Sonntag das Rennen gegen ihren Mitbewerber, Dr. Bernd von Garmissen (CDU). Wenn Kreiswahlleiter Dr. Hartmut Heuer am heutigen Mittwoch das endgültige Wahlergebnis bekanntgibt, dann wird sie, so versicherte die 52-Jährige schmunzelnd im Gespräch mit der EULE-Redaktion, die Wahl auch annehmen. Die Bürgermeisterin von Nörten-Hardenberg könnte dann theoretisch schon am Nachmittag vom Chefinnensessel in Nörten auf den im Kreishaus wechseln, erklärte der Kreiswahlleiter, der mit ihr bereits mit einem Glas Sekt auf ihren Wahlsieg anstieß. Diese Woche will Klinkert-Kittel für eine „saubere Übergabe“ an ihre Allgemeine Vertreterin Susanne Glombitza nutzen. Die war bereits in alle Themen eingebunden, seitdem feststand, dass Klinkert-Kittel für das Landratsamt kandidieren würde: „Ich überlasse ein geordnetes Haus“, sagte die Bishäuserin. Dass sie „gut auf den Landkreis aufpassen“ möge, gab ihr der mit 2001 Stimmen unterlegene Dr. Bernd von Garmissen auf den Weg, als er Klinkert-Kittel angefasst zwar, aber durchaus gefasst, zum Wahlsieg gratulierte.

Es war der große Tag der SPD in Northeim, dieser 13. März. Die Christdemokraten waren verständlicherweise nur kurz und recht spärlich zum Shake-hands ins Kreishaus gekommen, nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Offizielle Liberale ließen sich gar nicht blicken. Schon bald nach Schließung der Wahllokale hatte sich die erneute Niederlage für den CDU-Kandidaten abgezeichnet. Die Anspannung im Café Ahrens, nur wenige Schritte vom Kreishaus entfernt, stieg mit jeder Meldung aus den 221 Wahllokalen ins Unermessliche. Hieß es anfangs bei der CDU noch, „das heißt gar nichts“, kam bald danach schon ein „das wird nicht reichen...“, um nach der Auszählung von 176 Wahllokalen noch so vorsichtigem Optimismus vollends den Garaus zu machen: „Das war's“: Da lag Klinkert-Kittel mit 53,10 Prozent vor von Garmissen (46,90 Prozent). Gegenüber – in der Klosterschänke St. Blasien – hingegen zunehmend ausgelassene Stimmung: Kurz nach 18.30 Uhr verkündet hier der Northeimer SPD-Chef Simon Hartmann: „Wir sind Landrätin!“ Klinkert-Kittel mag zu diesem Zeitpunkt die Euphorie (noch) nicht so ganz teilen, auch wenn der Göttinger Landrat Reuter via Handy von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt schon zum Wahlsieg gratulieren will: „Am Ende werden die Gänse fett...“, ihr zurückhaltender Kommentar. Wenig später ist die Frau dann nur noch ein einziges Strahlen, die sich nach zahlreichen Gratulationen und dem x-ten Interview ob sich langsam auch auf die Stimmbänder niederschlagender Sprachlosigkeit einen Schluck O-Saft gönnen muss. Aber „megaglücklich“ ist sie. Und dankbar für die große Unterstützung obendrein: „Es war gigantisch.“ Nun will sie aber „mit der Arbeit loslegen, das liegt mir eher als Wahlkampf“. Mit Klinkert-Kittel hat die seit September 2014 währende Vakanz an der Spitze des Landkreises nun ein Ende. Wie lange der 64-jährige Dr. Heuer als Erster Kreisrat an ihrer Seite bleiben wird, will der „rechtzeitig vor dem 31. Mai“ bekannt geben. So lange hat er Zeit, sich zu entscheiden. Nörten wird jetzt eine(n) neue(n) BürgermeisterIn bekommen. Wer für das Amt kandidieren wird, „werden die Nörtener entscheiden“, erklärte SPD-Unterbezirksvorsitzender Uwe Schwarz. Am 11. September wird im Rahmen der Kommunalwahl die Nachfolge Klinkert-Kittels bestimmt. Just dann begeht Dr. Heuer auch sein 40-jähriges Dienstjubiläum.

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