Verkehrswende-Initiative Einbeck

„Klimagerechtigkeit für alle“ gegen den Klimakollaps

Rednerin Eva Brunnemann Verkehrswende-Initiative
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Eva Brunnemann: „Verkehr gilt als eine der größten Quellen von CO2-Emissionen in Deutschland.“

Einbeck – Die von der Einbecker Verkehrswende-Initiative und Rosa-Luxemburg-Stiftung initiierte Regionalkonferenz über Klimagerechtigkeit & Verkehr in Einbeck war nach Angaben der Veranstalter:innen mit rund 40 Teilnehmenden, Referaten, Präsentationen sowie Workshops erfolgreich. Da der Verkehr als eine der größten Quellen von CO2-Emissionen in Deutschland gilt, müsse das Ziel „Klimagerechte Mobilität für alle“ heißen, wenn ein Klimakollaps verhindert werden soll, lautet ein Fazit der Veranstaltung.  

„Klimagerechte Mobilität für alle“ ist Teil der sozial-ökologischen Transformation und gehe nur einher mit einer „massiven Reduzierung des individuellen Autoverkehrs“. Auf der Konferenz in Einbeck herrschte außerdem Einigkeit darüber, dass das E-Auto „keine Lösung“ ist.  Die Autoindustrie müsse — und werde — schrumpfen, hieß es. Ihr Rückbau könne sozial verträglich ablaufen, wenn er jetzt angegangen werde: „ganzheitlich, geplant und basisdemokratisch“, wie es Eva Brunnemann von der Verkehrswende-Initiative Einbeck formuliert.  

Ex-VW-Betriebsrat Stephan Krull erläuterte eine von ihm mitinitiierte Studie zur Bereitschaft der Autobelegschaften für eine Konversion. Die Zustimmung sei größer als erwartet gewesen: Auch Beschäftigte sähen die Zukunft in der Transformation, aber sie trauten dem Management nicht zu, diesen Umbau auch zu vollziehen. Hier müssten die Gewerkschaften eingreifen und gemeinsam mit den Beschäftigten Konzepte entwickeln. Denn nicht nur das Auto, auch die dafür nötige Infrastruktur sei ein Problem. Immer noch würden Autobahnen gebaut, Ressourcen zerstört. Das berichtete etwa Kim Lauterbach aus dem Dannenröder Forst, in dem viele Jahrhunderte alte Bäume dem Straßenbau zum Opfer gefallen waren. Immer mehr junge Menschen organisierten sich daher mit den direkt betroffenen Ansässigen im Widerstand gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen.

Rund 40 Teilnehmende zählte die Regionalkonferenz über Klimagerechtigkeit & Verkehr in Einbeck.

Im Workshop mit Martin Mützel vom vcd Niedersachsen ging es um den Radverkehr im Landkreis Northeim. Mützel machte deutlich, dass hier „enorme Veränderungen notwendig“ seien. Einwohner*innen aus den umliegenden Ortschaften, die regelmäßig mit dem Rad nach Einbeck fahren, berichteten von unübersichtlichen Situationen entlang der Einfallstraßen, von ihrer Angst vor dem schnellfahrenden Autoverkehr und der Belastung durch Abgase entlang der Strecken. Auch innerhalb Einbecks gebe es aktuell gefährliche Stellen für Radfahrende, z.B. im Hubeweg: Hier fühlten sie sich quasi eingeklemmt zwischen den fahrenden Fahrzeugen und den parkenden Autos: Auf keiner der beiden Seiten sei es möglich, den in der Straßenverkehrsordnung vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Jetzt sei es an der Zeit, dass der Kreistag und die Stadträte Projektanträge stellten, um Strukturen für den Radverkehr aufzubauen. Oft scheitere es an fehlendem Personal, wenn Anträge nicht auf den Weg gebracht würden. In diesem Zusammenhang forderte die Regionalkonferenz auch Antworten und Transparenz der Verantwortlichen in der Politik.

Jan von Alvensleben, Gewerkschaftssekretär bei ver.di im Fachbereich Verkehr in Süd-Ost-Niedersachsen, war der Regionalkonferenz aus gesundheitlichen Gründen ferngeblieben, seine  Botschaft kam dennoch an: „Wer ernsthaft Klimaschutz will, muss öffentlichen Nahverkehr ausbauen!“

Die Verkehrswende-Initiative Einbeck ist unter einbeck@endlich-verkehrswende.de oder 0152/26546126 zu erreichen.

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