Internationaler Gedenktag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Jede Form von Gewalt gegen Frauen ist inakzeptabel

Nein zu Gewalt gegen Frauen Fahne am Einbecker Rathaus terre des femmes
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Da es in diesem Jahr pandemie-bedingt noch immer nicht möglich ist, den Gedenktag in größerem Rahmen zu würdigen, sollten die Einbecker Bürgerinnen und Bürger als Zeichen des stillen Gedenkens heute Abend ein Licht ins Fenster stellen und auf diese Weise ihre Betroffenheit bekunden.

Einbeck – Am heutigen Internationalen Gedenktag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wurden in bundesweit rund 800 Städten und Gemeinden die „frei leben - ohne Gewalt“-Fahnen von Terre des femmes gehisst. Auch vor dem Neuen Rathaus in Einbeck wird unter dem Motto „Frei leben-ohne Gewalt“ Flagge gezeigt, da sich die Stadt Einbeck durch die Gleichstellungsbeauftragte seit vielen Jahren an der bundesweiten Aktion beteiligt. Damit soll ein sichtbares Zeichen dafür gesetzt werden, dass Gewalt gegen Frauen in jeder Form inakzeptabel ist und allen betroffenen Frauen Hilfe zusteht.

Der Gedenktag erinnert daran, dass Frauen und Mädchen jeden Tag mit Gewalt konfrontiert werden. In allen Ländern und Kulturen- auch bei uns. Diese Erfahrung ist nicht abhängig von Heimat, Alter, sozialem Status oder Bildungsgrad. Der Gedenktag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal zurück, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den Diktator Trujillo beteiligt. Der Mut der Sachwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit sind dabei völlig bedeutungslos

Jede vierte Frau in Deutschland zwischen 16 und 85 hat schon auf unterschiedliche Weise Gewalterfahrungen machen müssen. Die Dunkelziffer der betroffenen Frauen und damit meist auch die der im Haushalt lebenden, mitbetroffenen Kinder, ist vermutlich noch um einiges höher. Häusliche Gewalt ist häufiger die Ursache von Verletzungen als Krebs und Verkehrsunfälle zusammengenommen. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit sind dabei völlig bedeutungslos. Es kann in der Nachbarwohnung passieren, im Kollegenkreis oder beim Sportfreund. Für viele Frauen ist ihr eigenes Zuhause damit ein gefährlicher Ort. Aber Gewalt an Frauen und Mädchen ist kein privates Problem der betroffenen Frauen, sondern vor allem ein gesellschaftliches, auch wenn die Schuld immer wieder den Opfern zugeschoben wird oder diese die Ursache bei sich selbst suchen. Es entsteht durch ungleiche Machtverhältnisse, Vorurteile und Gleichgültigkeit und hat für die Betroffenen langanhaltende physische und psychische Schäden zur Folge. Angesichts dieser Situation ist es wichtig, zu wissen, dass niemand, der zu Hause Gewalt erfährt, auf sich gestellt ist. Wenn das eigene Zuhause nicht mehr sicher ist, bieten bundesweite Angebote schnelle und unbürokratische Beratung. Unter der kostenlosen Nummer 08000-116016 ist das bundesweite Hilfetelefon rund um die Uhr zu erreichen

Da es in diesem Jahr pandemiebedingt noch immer nicht möglich ist, den Gedenktag in größerem Rahmen zu würdigen, wäre es schön, wenn die Einbecker Bürgerinnen und Bürger, wie bereits im Vorjahr, als Zeichen des stillen Gedenkens am heutigen 25. November abends ein Licht ins Fenster stellen und auf diese Weise ihre Betroffenheit bekunden.

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