Amelser Ortsrat macht Druck: Durchlass unter der Brücke am Dorfplatz wird zur Hochwassergefahr

„20 Jahre nichts passiert“

+
Amelsen: Jetzt muss endlich etwas passieren“, fordert der Ortsrat um Hartmut Demann.

AMELSEN (con) – Bis zu 30 Zentimeter jährlich nach oben wächst die Sedimentschicht im Allerbach. Besonders unter der Brücke beim Amelser Dorfplatz hat sich die Situation in den vergangenen Jahr derart zugespitzt, dass die Amelser mit jedem Hochwasser befürchten müssen, dass der Allerbach aus seinem Bett tritt, die Dorfstraße hinunterfließt und die Keller im Unterdorf unter Wasser setzt. Unter der Brücke hat sich mit den Jahren ein regelrechtes Nadelöhr gebildet.

Ortsbürgermeister Hartmut Demann und sein Ortsrat haben sich jetzt ein Bild von der aktuellen Lage verschafft. Die Situation wird mit jeder Ablagerung brenzliger. Das weiß auch Ortsbrandmeister Germut Wollenweber, dessen Truppe jedes Mal ausrücken muss, um Keller leer zu pumpen. „Früher sind wir unter der Brücke noch Schlittschuh gelaufen, jetzt haben wir gerade noch einen Durchlass von einem Meter“, sagt Demann.

Beim Hochwasser 2012 sei die Ortschaft „gerade noch mal so“ ohne riesige Schäden davon gekommen. Mehrfach habe er den für die Unterhaltung zuständigen Leineverband über die Dasseler Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass der Allerbach auch unter der Brücke ausgebaggert werden muss. Denn auch bei der zuletzt im Jahr 2000 erfolgten Ausbaggerung sei der Brückenbereich in Ermangelung geeigneter Kleingeräten ausgespart geblieben. „Spätestens alle zehn Jahre müssen die Ablagerungen aber ausgeräumt werden. Hier ist fast 20 Jahre nichts passiert“, machte der Christdemokrat auf die Problemlage beim Ortstermin – wie seine Ortsratskollegen in Gummistiefeln – aufmerksam.

Kurz vor der Sitzung, wohl in Anbetracht dessen, dass auch die Öffentlichkeit hergestellt werden sollte, hatte der Ortsbürgermeister tatsächlich Nachricht vom Leineverband erhalten: Demnach soll der die Räumungsaktion für Oktober angekündigt haben, diesmal sogar inklusive des „Korkens“... „Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“, sagt Demann. Er traue der Ankündigung des Verbandes erst, „wenn die Ablagerungen auch unter der Brücke endlich weg sind“. Die Sedimentschicht soll hier mittlerweile mindestens 60 Zentimeter betragen, das seien „Hunderte von Tonnen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare