Jetzt will sie den Deutschen Rekord knacken

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Lia Heise (16) hat sich dem Hammerwurf verschrieben: Seit einem Jahr Deutsche Meisterin in der U-18-Klasse, tritt sie am 20. Februar in Wattenscheid erneut zur DM an.

EINBECK (con) – Ihre Mutter wollte eigentlich nur, dass sich ihre kleine Tochter einfach mehr bewegt und meldete sie kurzerhand beim Einbecker Sportverein (ESV) an. Seit ihrem fünften Lebensjahr ist Lia Heise deshalb schon mit der Leichtathletik vertraut. Doch was wirklich in der jetzt 1,78 Meter großen, schlanken Blondine steckt, entdeckte ihr ehrenamtlich für den ESV tätiger Trainer Wolfgang Scholz.

Mit einer Wurfweite von 59 (!) Metern holte die junge Einbeckerin im Februar vergangenen Jahres bei der Deutschen Meisterschaft in der U-18-Klasse im Hammerwurf in Neubrandenburg den Titel. Am 20. Februar will die talentierte Hammerwerferin ihren Titel bei der Deutschen Meisterschaft in Wattenscheid verteidigen und bei der Europa-Meisterschaft vom 14. bis 17. Juli in Georgien auch für Deutschland antreten. Drei Mal wöchentlich, manchmal auch vier- bis fünf Mal trainiert die jetzt 16-jährige sympathische Schülerin unter der Anleitung von Wolfgang Scholz im Einbecker Stadion. Bei Wind und Wetter, jedesmal um die eineinhalb Stunden: „Da gewöhnt man sich dran“, sagt die Schülerin, die das Einbecker Gymnasium besucht. Schule und Sport ließen sich wunderbar miteinander vereinbaren, meint die Zehntklässlerin, der der Leistungssport gleichwohl eiserne Disziplin abfordert. Er mache ihr einfach viel Spaß. Hammerwurf mache schließlich nicht jede(r), die Technik sei schwer, aber auch sie sieht ihr Talent, und es bereitet ihr Freude, „sich immer weiter zu verbessern“. Lia Heises großes Ziel für dieses Jahr: die deutsche Rekordmarke von 67 Metern zu knacken.

Dazu hat sie bereits im vergangenen Jahr ihr Technik-Training um sportartspezifisches Krafttraining im Trainingszentrum Salzderhelden (T.Z.S.) erweitert. Dort fördert die Leistungssportlerin der T.Z.S.-Inhaber und Sportpädagoge Steffen Döllerer nach einem eigens für die Hammerwerferin entwickelten, auf neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Trainingskonzept. Ihre Mutter Andrea war es wiederum, die den Kontakt zwischen Lia und dem Trainingszentrum hergestellt hatte. Sie trainierte hier nicht nur selbst, sondern hatte bald festgestellt, dass dem versierten Rat des Sportpädagogen auch Leistungssportler wie Schwimmer und Fußballer für ihr Krafttraining vertrauen– „wir machen hier schließlich kein Dumm-Pumpen...“, betont Döllerer. Er hält Lia Heise für ein großes Talent: Seine gezielten Übungen mit Freigewichten setzen neue Impulse, damit Kraft, Koordination und Dynamik Lia zu besserer Leistung in dem komplexen Bewegungsmuster Hammerwurf führen – und sie ihrem Ziel, den drei Kilogramm schweren Hammer über 67 Meter zu werfen, Schritt für Schritt näher kommt. „Sie hat einfach ein sehr großes Potenzial“, freut er sich über seinen Schützling.

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