Ehepaar Böhne „unendlich dankbar“ für Unterstützung bei der Suche

„Hamlet“ ist wieder da

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Dass es so viele Menschen gibt, die selbstlos helfen, hat Bärbel Böhne überwältigt. Jetzt wird „Hamlet“ wieder aufgepäppelt. Er erhält kleine Portionen mit Huhn, Möhren und Milchreis, und er muss auch den Flüssigkeitsverlust wieder ausgleichen. Die Tierärztin kommt wegen der besonderen Umstände zum Hausbesuch.

SIEVERSHAUSEN (con) – Während seiner verzweifelten, einwöchigen Suche nach seinem entlaufenen Schützling „Hamlet“ hat das Ehepaar Hans und Bärbel Böhne aus dem Dasseler Ortsteil Sievers-hausen große Unterstützung erfahren. 14 Helfern und Vereine – darunter Mitglieder der Windhundfreunde Spanien, des Einbecker Spendenteams, des Schäferhundevereins sowie von Bello e.V. – und die Polizei, suchten teils sogar bei Nacht nach dem spanischen Galgo, der vor einem Jahr im Haus der tierlieben Eheleute Obhut gefunden hatte.

Seit Dienstagnachmittag ist „Hamlet“ wieder daheim: Ein Spaziergänger aus Wellersen fand das völlig erschöpfte Tier in der Nähe des ehemaligen Standortes des Einbecker Tierheims „Villa Wuff“. Tierheimleiter Holger Niedrig wurde alarmiert, er lud den entkräfteten „Hamlet“ in seinen Wagen und brachte ihn zurück zu seinen Menschen Dass es so viele Menschen gibt, die selbstlos helfen, hat Bärbel Böhne überwältigt. Und nach dem positiven Ausgang „glaub ich auch wieder an Wunder“. Mit jedem Tag hatte sie weniger daran geglaubt, den zweijährigen Rüden jemals wieder zu sehen, die Hoffnung jedoch nicht aufgegeben. In Spanien war das Schicksal von „Hamlet“ schon so gut wie besiegelt: Der weiße Windhund stammt aus einer Tötungsstation. Eine Tierschutzorganisation hatte ihn nach Deutschland geholt, wo ihn Hans und Bärbel Böhne nachts vom Flughafen abgeholt hatten. Damals war er bis auf die Knochen abgemagert, hatte kaum noch Muskeln, war total verängstigt: „Eine furchtbar verwundete Hundeseele“, erinnert sich die 72-jährige Bärbel Böhne. In ihr Hausrudel hatte sich „Hamlet“ völlig unkompliziert integrieren lassen – drei seiner vier Artgenossen, allesamt übrigens Tierschutzhunde wie er ¬– stammen ebenfalls aus spanischen Tötungsstationen. Zu den Böhnes hatte der Rüde in den vergangenen Monaten zunehmend Vertrauen gefasst. „Er war schon richtig zutraulich geworden“, sagt Hans Böhne, die körperlichen Defizite seien einer guten Verfassung gewichen. Doch als es am Dienstag vergangener Woche zum Impfen gehen sollte, riss sich der Windhund noch auf dem Parkplatz los und verschwand. Hinweise kamen aus allen Ecken – hin und wieder wurde er in der Feldmark von Dassensen gesichtet, dann in Einbeck, Salzderhelden, Hullersen und Wellersen, auch aus Edemissen kamen Anrufe. „Das Telefon stand kaum noch still“, sagt Bärbel Böhne. Es sei beileibe nicht selbstverständlich, dass sich Menschen derart für Tiere einsetzten, auch die Polizei habe ihrem Namen als „Freund und Helfer“ alle Ehre gemacht. Bärbel Böhne und ihr fünf Jahre älterer Ehemann Hans waren ebenfalls täglich auf der Suche. Jetzt haben sie alle Helfer zum Essen eingeladen.

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