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Grünland ist nicht „nur“ grünes Land

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NABU-Vorsitzende und Sabine Schumacher (l.): Nicht nur Flora und Fauna widmete sich die Exkursions-Leiterin während der Wanderung: Sie ging außerdem auf die Sagen des Sollings ein, seine Geschichten, in denen Wilddiebe, Wölfe und Köhler vorkamen. Etwa die, als der Köhler dem Teufel buchstäblich „eins auswischte“. Die 25 Teilnehmer finden die Mischung aus Information und Unterhaltung gut.

SIEVERSHAUSEN Was im Tal bei Sievershausen mit den Büwiesen beginnt, endet mit den naturnahen Wohlkopfswiesen: Ein ganzes Ensemble von unterschiedlichen Wiesen. Grünland, das vermeintlich „nur“ grüne Land, bildet dabei ganz unterschiedliche Pflanzengesellschaften.

Unterteilt nach mager oder fett, als Mahdwiese oder Weide genutzt, spielt auch der Zeitpunkt der Nutzung eine entscheidende Rolle.Warum der beständige Verlust von Grünland dabei hauptsächlich ein politisch gesteuertes Problem ist, erklärte die Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Einbeck-Dassel, Sabine Schumacher, jetzt während einer Exkursion dorthin genauso wie die Notwendigkeit bestimmter Pflanzen für die Tierwelt.

Bei strahlendem Sonnenschein tummelten sich Schmetterlinge an den Wegesrändern, darunter Zitronen- und Aurorafalter. Das für Letztere als Raupenfutterpflanze dienende Wiesenschaumkraut verträgt beispielsweise eine frühe extensive Beweidung durch Schafe und Ziegen sehr gut, da es von den Tieren nicht gerne gefressen wird.

Eine frühe Mahd indes lässt die Samen nicht zur Reife gelangen, was sich an einzelnen Flächen gut demonstrieren ließ. Grünlandbewirtschaftung sei „eine Wissenschaft für sich“, betonte Sabine Schumacher“, die seinerzeit eine entsprechende Fortbildung bei der Landwirtschaftskammer besucht hatte.

In diesem Jahr war die Beweidungsexkursion auch durch auffallend viele gut sozialisierte Hunde besucht. Jede Exkursion zu den Schafen und Ziegen lenke somit wieder den Fokus auf andere Aspekte der Weidetierhaltung, schmunzelte Sabine Schumacher: „Diese hat gezeigt, wie gut Schafe ‘lesen’ können: Den seitlichen Aufdruck: Ich Wolf, Du Schaf! haben die Weidetiere sofort entziffert und die kollektive Flucht unter eine Fichte angetreten.“

Die umsichtigen Hundehalter hätten aber „hervorragend“ reagiert, so dass auch die Schaufütterung wie geplant die Schafe aus der Nähe zeigte. Auch wenn die hier präsentierte Weidetiergruppe noch ungeschoren war, so hatte Exkursions-Leiterin Sabine Schumacher doch schon das erste diesjährige Vlies einer Schnucke dabei. Erstaunen aus, wie groß ein Vlies ist und wie schwer ein einzelnes Tier an seiner Wolle zu tragen hat.

25 Teilnehmer aller Altersklassen erlebten eine unterhaltsame Wanderung mit vielen kleinen Geschichten am Rande. Neben Pflanzen und Tieren ging Sabine Schumacher außerdem auf Sagen des Sollings ein. Wilddiebe, Wölfe und Köhler kamen in den Geschichten vor und erheiterten die Gruppe.

Die am Wegesrand in einer Wagenspurpfütze vertrocknenden Kaulquappen lösten Bestürzung aus. Sabine Schumacher und ihr Partner Frank Zwolinski versicherten, hier Abhilfe zu schaffen: Anschließend brachten sie täglich einen 25-Liter-Kanister Wasser dorthin. Die Kaulquappen sind inzwischen wieder wohlauf, freut sich Schumacher.

Die Exkursions-Leiterin verwies bereits auf die nächste Exkursion, die im Juli zum Thema „Biologische Vielfalt“ in die Nähe Lauenbergs führt. Im nächsten Jahr soll es darüber hinaus wieder eine Wanderung zu einem Beweidungsprojekt geben.

Da so viele verschiedene Flächen in der Beweidung seien, werde auch sie „sicher spannend“. Mancher Teilnehmer will dann schon zum dritten Mal bei der Exkursion zu den Weidetieren dabei sein.

Infos zu den Veranstaltungen der NABU-Ortsgruppe Einbeck-Dassel sind unter www.nabudasseleinbeck.wordpress.com im Internet erhältlich.

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