„Landkreis-Schwächung nicht hinnehmbar!“

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„Mehr als bitten können wir nicht“: Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) – hier bei seinem Besuch in Einbeck.

SALZDERHELDEN/KREIENSEN (con) – „Die Politik muss handeln!“, fordert der liberale Oppositionspolitiker Christian Grascha aus Einbeck: Wie ihm die Landesregierung auf seine Anfrage hin mitgeteilt habe, werde es nämlich auf absehbare Zeit an den Bahnhöfen in Salzderhelden und in Kreiensen keine Fahrkarten mehr für den Fernverkehr geben. Allerdings: Einfluss hat sie darauf nicht. Die Entscheidung liegt allein bei der Bahn.

Als eine „nicht hinnehmbare Schwächung für unseren Landkreis“ bewertet der FDP-Politiker die Lage. Er habe wissen wollen, was die Landesregierung gedenke, gegen den Abbau der Fahrkartenautomaten durch die Deutsche Bahn AG zu unternehmen. Die Antwort von Wirtschaftsminister Lies habe ihn geradezu enttäuscht. Danach suche der zuständige Minister „noch nicht einmal“ das Gespräch mit der Bahn. Während dagegen öffentlichkeitswirksam die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Einbeck-Mitte und Salzderhelden gefeiert werde, verschlechtere sich „klammheimlich“ der Service an den bestehenden Bahnhöfen. Das findet Grascha „schizophren“. Die Landesregierung weise in ihrer Antwort darauf hin, dass in Einbeck gar keine und in Kreiensen nur sehr wenig Fernverkehrszüge bedient würden. Das ließ den Landtagsabgeordneten aufhorchen:  „Diese Antwort lässt vor allem für Kreiensen Böses ahnen. Offensichtlich steht ‘mal wieder der IC-Halt auf der Kippe.“ Anders sei es schließlich nicht zu erklären, warum die DB-Automaten in Northeim – bei ähnlicher Frequentierung– stehen geblieben seien. Aufgabe der Politik müsse es nun sein, bei der Deutschen Bahn zu intervenieren, damit die Bahn es zulasse, dass auch an Metronom-Automaten Fahrkarten für den Fernverkehr erworben werden können. Schließlich sei die Deutsche Bahn AG ja ein Staatskonzern. Der Angriff Graschas auf den Wirtschaftsminister hat im Ministerium für einiges Kopfschütteln gesorgt. Der Abgeordnete müsse schließlich genau wissen, dass es allein die unternehmerische Freiheit der Bahn sei, Automaten im Personenschienenverkehr abzubauen. Insofern bestehe überhaupt gar keine Möglichkeit, auf die Bahn einzuwirken. Die Liberalen sollten hier auch vor ihrer eigenen Türe kehren, zumal die Änderung der Vertriebssysteme der Landesnahverkehrsgesellschaft noch zu FDP-Zeiten erfolgt sei. Die verantwortlichen Akteure würden jedoch die Bahn anschreiben. Schließlich seien ein möglichst guter Service und eine große Kundenbindung auch im Interesse des Wirtschaftsministers mit Blick auf den ÖPNV. „Aber mehr als sie bitten, können wir wirklich nicht“, betonte der Pressechef des Ministeriums, Stefan Wittke.

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