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Fünf Zeugen bleiben weg

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Das Amtsgericht in Einbeck: Anscheinend hatten die fünf Zeugen den Weg hierher nicht gefunden. © Foto: Boeckler

EINBECK (boe) – Das kommt auch nicht alle Tage vor. Da ist am Einbecker Amtsgericht eine Verhandlung anberaumt, in der sich die beiden Angeklagten zunächst auch zum Vorwurf des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln äußern; in der dann auch der ermittelnde Polizeihauptkommissar seine Aussage macht; zu der der Hauptzeuge und vier weitere Zeugen allerdings aus unerklärlichen Gründen nicht erscheinen und die Verhandlung nach rund einer halben Stunde abgebrochen werden muss. „Es hilft alles nichts“, sagte Richter Thomas Döhrel, „nach den Sommerferien werden wir erneut zusammenkommen – und dann müssen die Zeugen polizeilich vorgeführt werden.“

Doch zurück zu den beiden Angeklagten: Der eine, er gilt in diesem Prozess als Hauptangeklagter, ist 21 Jahre alt und stammt aus Einbeck – der andere, 26 Jahre alt, ebenfalls aus Einbeck und durch Rechtsanwalt Marc Hainski vertreten. Beiden wird vorgeworfen, im November 2012 Handel mit einer nicht unerheblichen Menge Marihuana betrieben zu haben, nachdem sie sich zunächst telefonisch verabredet und dann auf einem nahe gelegenen Spielplatz zur Übergabe getroffen haben sollen. „Das stimmt nicht“, erklärten die Angeklagten, die in der Vergangenheit zwar durchaus Drogen konsumiert hätten, in der Zwischenzeit „damit aber nichts mehr am Hut haben“ und sich eigentlich nur über Facebook kennen würden und somit auch keine Geschäfte gemacht hätten. „Ich habe mittlerweile eine feste Arbeit und werde bald Vater“, betonte der 21-Jährige, „ich habe mit dem Thema abgeschlossen“. Die (nicht erschienenen) Zeugen würde er noch aus der „Szene“ kennen – sie wollten ihm mit ihren Aussagen zum vermeintlichen Verkauf „sicher nur einen `reinwürgen“. Auf diese Zeugenaussagen kam dann auch der ermittelnde Polizeibeamte aus Einbeck zu sprechen. „Es hat mehrere Vernehmungen gegeben“, sagte er, und dabei sei immer wieder zur Sprache gekommen, dass vor allem der Hauptangeklagte mit Betäubungsmitteln handeln würde. Das eine Mal hieß es, er hätte sich 100 Gramm Marihuana von seinem Cousin besorgen wollen, das andere Mal will ein Zeuge zwei-, dreimal bei ihm Stoff gekauft haben. Ebenfalls geäußert wurde die Aussage, dass der 21-Jährige monatlich zwei Kilogramm Gras aus Hannover geholt hätte. „Das hatte eine längerfristige Observation zur Folge“, gab der Polizeibeamte an – die blieb jedoch erfolglos, weil ein Handel von Betäubungsmitteln „nicht feststellbar war“. Ingesamt seien die Zeugenaussagen aber wohl „sehr schwammig“ gewesen, meinte dann auch Richter Thomas Döhrel. Umso wichtiger sei es nun, dass die Zeugen bei der Fortsetzung der Verhandlung im Oktober noch einmal direkt dazu gehört werden. Zur Strafe, dass sie den Termin am Montag im Amtsgericht versäumt haben, „brummte“ ihnen Döhrel jeweils 50 Euro Bußgeld auf.

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