Diesmal: Katherina Wagner / Für die 33-Jährige war Einbeck eigentlich die Option für den Ruhestand / Jetzt startet sie durch

EULE-Serie: Unsere Rückkehrer

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Katherina Wagner lebt mit ihrer Familie seit einem Jahr wieder in Einbeck: „Weil ich so viel von der Welt gesehen habe, weiß ich den Wert von Heimat zu schätzen.“

EINBECK (con) – Als Option für den „Ruhestand“ hatte sie immer die Vorstellung, wieder in ihre Heimatstadt zurück zu kehren, wo sie eine so „wundervolle Kindheit“ mit allen Freiheiten auf dem Land genossen hatte. Denn (inter-)national von Einbeck aus zu arbeiten, wie sie es in ihrer Branche ja tat, schien ihr aus ihrer Heimatstadt wenig zielführend. Dennoch ist Katherina Wagner viel eher zurück gekommen als gedacht. „Plötzlich fügte sich alles ineinander.“

Nun ist die 33-Jährige in Einbeck und startet hier durch. Ihr Leben als erfolgreiche Business-Frau mit 16-Stundentag – ständig „online“ und das Handy am Ohr – hat sie hinter sich gelassen, den selbst gegründeten Verlag nach neun erfolgreichen Jahren verkauft. „Ich hatte meine Grenzen erkannt und wollte nicht, dass mein ständig klingelndes Handy wie ein Tinnitus mein Leben bestimmt, sondern das Lachen meiner Kinder.“ Katherina Wagner war nach dem Abitur in Göttingen nach Amerika gegangen, hatte dort internationales Business und Fotografie studiert, als freischaffende Fotografin von Produkt- und Industriefotografie für große Unternehmen und Agenturen gelebt und mit gerade 24 Jahren in Gummersbach ein eigenes Verlags- und Medienhaus gegründet. Dann gab sie ihrem Leben bewusst eine Wende. Mittlerweile Mutter von zwei kleinen Töchtern, erfüllte sie sich nach dem Verkauf ihres Unternehmens ihren Herzenswunsch, absolvierte eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. 

Ihre Coaching-Kompetenz unterfütterte sie mit einer Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie. Demnächst eröffnet sie in der Knochenhauerstraße ihr eigenes Yoga-Studio; und im Freibad ist sie es, die – wohl einzigartig für ein öffentliches Bad – ab morgen die SommerYogaWoche gestaltet: Ihre Entscheidung sei für Familie, Job und sie gleichermaßen richtig gewesen, auch wenn Freunde das nicht verstanden hätten. Doch mit Einbeck, wo sie zwischen ihrem achten und 19. Lebensjahr in Strodthagen lebte, verbindet sie „echtes Heimatgefühl“. Sie begegne hier vielen freundlichen und zufriedenen Menschen und habe an Lebensqualität gewonnen. „Weil ich so viel von der Welt gesehen habe, weiß ich den Wert von Heimat zu schätzen und habe erkannt, was hier besser ist als in St. Tropez, Kalifornien und anderswo.

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