Zuckerrübenernte hat auch in der hiesigen Region begonnen / „Wetter passt bisher“

Erwartungen sind hoch!

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Begutachten die ersten Früchte (von links): Dirk Wollenweber, Markus Melzer und Christoph Bretschneider, hier mit der Auszubildenden Ann-Kathrin Strauß.

AHLSHAUSEN (boe) – Dirk Wollenweber, der Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen, ist in diesen Tagen besonders oft unterwegs. Die Kampagne hat begonnen, und das bedeutet auch, dass sich Wollenweber nicht nur in den Werken in Nordstemmen und Schladen über den aktuellen Stand der Anlieferung informiert, sondern dass er auch die heimischen Landwirte besucht und sich vor Ort ein Bild macht, wie die Ernte angelaufen ist.

In diesen Tagen war Wollenweber nun in Einbeck – genauer gesagt im kleinen Ortsteil Ahlshausen – bei der „Sonnenberg-GbR“ zu Gast, wo er sich mit den beiden Partnern Markus Melzer und Christoph Bretschneider getroffen und mit ihnen auch über die zu erwarten den Erträge gesprochen hat. „Die Proberodungen und die ersten Ernteergebnisse liegen deutlich über dem mehrjährigen Mittelwert“, sagte Wollenweber, „vor allem weil die Rüben früh gesät wurden und das Wetter gepasst hat“. „Die Rübe mag eher 15 als 30 Grad, dann ist sie am produktivsten“, erläuterte Wollenweber. Und auch die Zuckergehalte würden mit rund 17 Prozent auf einem für diesen frühen Zeitpunkt hohen Niveau liegen. Bei einem sonnenreichen Herbst dürften diese noch weiter steigen. Für Jubelrufe sei es jedoch zu früh, denn zwei Erntemonate und über 100 Kampagnetage mit vielen möglichen Einflüssen stehen noch bevor. „Die Verarbeitungskampagne in den Zuckerfabriken wird bis in die zweite Januarhälfte andauern, und in dieser Zeit kann das Wetter noch einige Überraschungen bereithalten“, so Wollenweber. Zudem definiere sich eine zufriedenstellende Ernte nicht nur über die Menge, sondern auch über den Preis. Die guten Ertragsaussichten verdeutlichen aber das hohe Leistungspotenzial im Zuckerrübenanbau. Zum Beispiel sei der Einsatz von Stickstoffdüngemitteln bei gleichzeitig steigenden Erträgen über Jahre hinweg immer weiter reduziert worden. Das schone Ressourcen und mache den Rübenanbau effizient. Wie der Geschäftsführer des Anbauerverbandes im Gespräch mit den beiden Landwirten weiter erklärte, würden die bisher eingefahrenen Rüben nach kurzer Zwischenlagerung am Feldrand direkt in die Zuckerfabrik kommen und dort umgehend verarbeitet. Für die Ernte ab Mitte Oktober werden Mieten auf den Feldern angelegt. Hier lagern die Rüben zum Teil bis in den Januar hinein und werden nach und nach zur Zuckerfabrik gebracht. Damit die Rüben vor Frost geschützt sind, werden sie in den Mieten ab Mitte November mit einem Schutzvlies zugedeckt. Bis zum 1. Oktober erhalten die Landwirte einen Frühlieferausgleich und für die Lieferung im Dezember und Januar aufgrund der Lagerverluste einen Spätlieferausgleich. Für die Rüben, die sie in diesem Jahr aufgrund der langen Vegetationsperiode mehr ernten als geplant, gibt es jedoch nur einen kleinen Bonus. „Sie werden nicht so gut bezahlt wie die Quotenrüben, verursachen jedoch auch keine Kosten“, machte Wollenweber klar. Das Roden werde pro Hektar bezahlt, den Transport übernehme die Zuckerfabrik.

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