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Erster Philifant von Phil L. Herold in Einbeck

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Manfred Linner und sein Philifant
Orthopädiemeister Manfred Rudolf Linner ist stolz auf den ersten Philifanten für Werbezwecke von Phil. L. Herold. © Cornelia Sürie

Einbeck – Erobert der Philifant jetzt auch Einbeck? Der erste hat schon Einzug in der Fachwerkstadt gehalten...

 Seine erste Begeisterung für die Kunst wurde geweckt, als er gerade alt genug war, einen Stift zu halten. Sein Format war wohl damals meist DIN A4. Heute, mit fast 42, kann er nur noch seinen rechten Daumen bewegen. Per Joystick, der via Bluetooth mit seinem Hightech-Rollstuhl verbunden ist, erschafft er heute Werke von fünf mal fünf Metern: Der Münchner Phil L. Herold gilt als einer der bedeutendsten internationalen Digital-Pop-Art-Künstler seiner Zeit. Er lebt in Niederbayern und den USA.
 Die Werke des ausgebildeten Medien-Designers hängen mittlerweile weltweit in namhaften Galerien und in Privatsammlungen begeisterter US-Stars, mit international gefeierten Schauspieler:innen und Musiker:innen sind über die Jahrzehnte echte Freundschaften entstanden. Sein Markenzeichen, der Philifant, steckt tatsächlich in jedem seiner am PC erstellten Werke. Und es kommt jetzt auch in der Firmenwelt über ein neues Format groß raus: Der erste seiner Art aus Glasfaser steht im Sanitätshaus GETOP im Altendorfer Tor.  
 Denn auch dessen Geschäftsführer, den erfahrenen Orthopädiemeister Manfred Rudolf Linner, verbinden freundschaftliche Bande mit Philip Herold und seiner Familie. Der heute 57-Jährige war es, der Phil L. Herolds ersten Elektrorollstuhl damals noch als junger Geselle des königlich-bayerischen Hoflieferanten – der Stortz & Raisig Orthopädietechnik in München – mit einer Ledersitzschale 
versah und auch den Beifahrersitz im Auto. Damals war Phil L. Herold nicht einmal im Grundschulalter. 

 Kennen gelernt hatten sich Herolds Vater und Manfred Rudolf Linner über die Musik: Gerhard Herold spielte damals im Ersten Münchner Fanfarenzug Trompete, Linner dort das Sousaphon und die Tuba. Es war auch die Zeit, in der Philips Eltern mit der Diagnose „Spinale Muskelatrophie Typ II“ konfrontiert wurden und damit, dass ihr Sohn eine Lebenserwartung von nicht einmal drei Jahren haben würde.
  „Um sein Leben zu kämpfen, lohnt sich jeden einzelnen verdammten Tag“, schreibt Phil L. Herold in seinem 2018 erschienenen Buch „Bigger than Life, Nichts kann Dich am Leben hindern“. Er sei „nur nebenbei behindert“, hat Philip Herold einmal seinem Freund Linner gesagt, der ihm 2017 bei den Freimaurern auch zum Bruder wurde. Alles, was er nicht sei, habe ihn nämlich erst zu dem gemacht, was er heute sei: Denn sobald man sich für die Hoffnung entschieden habe, sei alles möglich.
  
 Für Linner ist es „vollkommen selbstverständlich“, dass er seinen langjährigen Freund beim Einsatz des Philifanten unterstützt: Herolds Markenzeichen stehe schließlich auch für dessen unerschütterlichen Lebenswillen und dafür, sich seine Träume nicht ausreden zu lassen. 

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