Erfolgreicher Bürgerprotest

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Kurz, nachdem bekannt geworden war, dass die Brücke zwischen Olxheim und Garlebsen ab 15. September gesperrt und anschließend ersatzlos abgerissen werden soll, hatte sich die Bürgerbewegung "Pro Leinebrücke" in Olxheim, Garlebsen und Ippensen gegründet. Seitdem war unaufhörlich für den Erhalt der Leinequerung gekämpft worden.

OLXHEIM/GARLEBSEN (mra) – Der Bürgerprotest in den vergangenen Wochen hat sich gelohnt: Die Einwohner von Ippensen, Garlebsen und Olxheim erhalten eine neue Brücke über die Leine.

Die Botschaft, dass sich die Bewohner der betroffenen Dörfer nicht einfach so einen wichtigen Verbindungsweg nehmen lassen, ist beim Landkreis Northeim angekommen. „Verwaltung und Politik haben das registriert“, sagte Landrat Michael Wickmann bei der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Regionalplanung im Garlebser Dorfgemeinschaftshaus. „Wir schlagen daher vor, eine Behelfsbrücke zu errichten und zeitgleich die Planungen für einen Brückenneubau voranzubringen.“ Im Vorfeld der Sitzung hatte es erneut massive Proteste gegen die Brückensperrung zwischen Garlebsen und Olxheim gegeben. Das Bauwerk ist so marode, dass es akut einsturzgefährdet ist und ab kommender Woche gesperrt werden muss. Mehrere hundert Menschen unterstrichen mit Trillerpfeifen und Plakaten ihre Forderung nach einer neuen Brücke. Ihr Protest hatte ein großes mediales Echo gefunden. Der Erfolg gibt der BI und ihren Unterstützern recht.

Die Vertreter der Kreisverwaltung präsentierten sich gut vorbereitet und hatten gleich fünf Varianten im Gepäck. Neben dem Abriss der Überführung und dem Rückbau der Anfahrrampen stand auch der Erhalt des Bauwerk als Fußgänger- und Radfahrerbrücke sowie die Wiederverwendung der alten Widerlager zur Diskussion. Letztere Varianten lehnten Gutachter allerdings wegen gravierender Schäden ab. „Diese Brücke ist abgängig“, stellte Landrat Michael Wickmann fest. Die anderen beiden Varianten sehen jeweils einen Neubau eines Einfeld- oder Dreifeldbauwerks vor. Welcher der beiden Vorschläge umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Aus Kostengründen aber präferiert wird der Neubau einer Einfeldbrücke. Kreisbauamtsleiter Ralf Buberti erklärte, dass für einen Neubau ein aufwändiges Planungsverfahren von ungefähr fünf Jahren zu durchlaufen sei. Der Bau einer Behelfsbrücke könnte dagegen in nur sechs Monaten realisiert werden. Kostenpunkt: rund 150.000 Euro. Das Ersatzbauwerk ist auch problemlos für größere Fahrzeuge wie Busse oder Landmaschinen befahrbar. Politiker aller Fraktionen unterstützten den Vorschlag der Kreisverwaltung und beauftragten den Landrat, kurzfristig den Abbruch der Brücke durchzuführen, die rechtlichen und bautechnischen Voraussetzungen für eine Behelfsbrücke zu schaffen und die Planungen für eine neue Brücke auf den Weg zu bringen. Außerdem soll ein Brückenkataster erstellt werden. Kritik musste die Kreisverwaltung für ihre fehlende Kommunikationsbereitschaft im Vorfeld einstecken. „Wir haben diese Sitzung nur hier, weil die Bürger Widerstand organisiert haben“, erinnerte der Kreistagsabgeordnete Christian Grascha (FDP) und erntete dafür kräftigen Beifall. Landrat Michael Wickmann räumte daraufhin ein: „Wenn sich die Bürger nicht so intensiv eingesetzt hätten, hätte das Ergebnis möglicherweise anders ausgesehen...".

Für die BI „Pro Leinebrücke“ hat sich der Widerstand gelohnt: „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Vorsitzende Editha Brackmann. Zum Abschluss überreichte sie mit Ortsbürgermeister Hans-Jörg Kelpe einen Ordner mit Unterschriften: 5380 Menschen haben für den Erhalt der Leinebrücke unterschrieben. Ein großer Erfolg, wenn man berücksichtigt, dass in den drei betroffenen Ortschaften nur rund 360 Bürger leben.

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