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EINschlag-Festival: 2023 geht es weiter

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Collage EINschlagfestival
Das EINschlagfestival in Einbeck positioniert sich mit Workshops, Bands und Infos bewusst gegen Rechts. © Jens Lubig

Einbeck – Das erste EINschlag-Festival in Einbeck hat nach Angaben der Veranstaltenden mit knapp 500 verkauften Tickets, einem vielseitigen Programm, entspannten Verlauf und einem ebensolchen Ausklang am Lagerfeuer alle Erwartungen erfüllt.

Aus nahezu ganz Niedersachsen waren Teilnehmende zu dem Festival angereist, das einschlagen sollte wie ein Komet und sich mit Musik, Workshops und Infoständen bewusst gegen Rechts positioniert. Sowohl von den Bands als auch von den  Teilnehmenden seien positive Feedbacks gekommen, „also wird das EINschlag-Festival auch im nächsten Jahr wieder in Einbeck stattfinden“, sagte Pressesprecher Finn Titze.

Zwei Vorfälle habe es allerdings gegeben: Einen AfD-Politiker habe der Sicherheitsdienst des Veranstaltungsgeländes verwiesen, was ihn veranlasst habe, mit der Polizei zurückzukehren, um sich dennoch Zutritt zu verschaffen. In diesem Fall habe allerdings das Festival-Hausrecht gegriffen. Auch der Versuch zweier der rechten Szene zuzuordnenden Männer, mit einem Pkw auf das Veranstaltungsgelände zu fahren, sei vereitelt worden.

„Einbecks lautester Widerstand“ gegen Rechts setzt mit dem Festival ein Zeichen für Toleranz, Solidarität und eine offene, bunte Gesellschaft, betonte Sprecher  Marc Ulrich vom Verein M.U.T.I.G. Er erinnerte an die inzwischen verstorbene Holocaust-Überlebende Ester Bejerano, die bis zum Schluss dafür gekämpft hatte, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. „Ihr seid nicht schuld an dieser schrecklichen Zeit, aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über die Geschichte wissen wollt“, zitierte Ulrich sie. Leider sei das braune Gedankengut aber längst nicht verschwunden, vielmehr seien Hass, Hetze und Rassismus wieder auf dem Vormarsch, und nach Europa sei der Krieg zurückgekehrt – „angestachelt von lügnerischer Propaganda“.

Einbeck habe immer wieder mit Neonazis zu kämpfen; mit Thorsten Heise sei eines ihrer führenden Mitglieder wieder in der Region aktiv, und „germanische Quacksalber“ versuchten, sich in Greene anzusiedeln. Dies alles seien keine guten Vorzeichen, mahnte Ulrich. Um so wichtiger sei es, lauten Widerstand zu leisten und mit Aktionen und Angeboten dafür zu kämpfen, „dass menschenverachtende Ideologien hier keinen Platz finden“.

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