„Alternative“ im Clinch

Udo Harenkamp: Er will künftig als Einzelkämpfer im Rat der Stadt Einbeck das AfD-Programm vertreten.

LANDKREIS NORTHEIM/EINBECK Offensichtlich gibt es Zoff zwischen dem Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) und einem der Stadtratsmitglieder in Einbeck. Hintergrund: Der AfD-ler ist – für Beobachter überraschend – aus seiner Fraktion ausgestiegen. 

Die seit der Kommunalwahl 2016 im Einbecker Stadtrat mit zwei Ratsmitgliedern vertretene AfD hat sich damit halbiert. Der Opperhäuser Udo Harenkamp hat seinen Rückzug aus der Fraktion, deren Vize er bisher war, der Bürgermeisterin nach der jüngsten Ratssitzung am Mittwoch mitgeteilt. Demnach hat er die Fraktion gleich mit Wirkung vom 14. März verlassen. Er werde sein Ratsmandat aber als Einzelmandat wahrnehmen und seine Arbeit in Rat und Ausschüssen „wie gewohnt ausüben“, teilte Harenkamp jetzt mit. Als Ratsherr wolle er das AfD-Programm im Stadtrat weiter vertreten. Die Reaktion vom AfD-Kreisvorstand auf Harenkamps Auflösung der Zusammenarbeit mit seinem AfD-Kollegen Dirk Küpper ließ nicht lange auf sich warten:  Er bewertet den Austritt aus der Stadtratsfraktion als „erneut“ egoistisches Handeln und hätte sich eher Informationen über die „angeblichen Probleme“ gewünscht, um mit einer Mediation unterstützen zu können. Durch das „selbstgerechte Handeln“ aber habe Harenkamp der AfD im Landkreis Northeim „erneut geschadet“. „Wir unterstützen Herrn Küpper weiter“, erklärte Kreisvorsitzender Maik Schmitz. Entgegen der Pressemitteilung des Kreisvorstandes aber handele es sich nicht um eine plötzliche Maßnahme, positioniert sich Harenkamp, sondern um das „Ergebnis unüberbrückbarer Differenzen in der Führung der Fraktion, die dem Kreisvorstand, vertreten durch den Fraktionsvorsitzenden und Beisitzer im Kreisvorstand Dirk Küpper, seit dem 11. Februar 2018 bekannt waren“. Schmitz hingegen vermutet „persönliche Animositäten“ und versichert Küpper der Loyalität des Kreisvorstandes: „Herr Küpper ist für uns der legitimierte Vertreter der AfD.“ Die Pressemitteilung des Kreisvorstandes empfindet Harenkamp als ziemliche „Unverschämtheit“. Sie enthalte erwartungsgemäß persönliche Angriffe, anstatt sich der Sache zu stellen. Er hält dagegen: Er habe Schaden von AfD und sich „abwenden müssen“. Er habe noch vor der Ratssitzung Gesprächsbereitschaft signalisiert, was sein Ratskollege jedoch abgelehnt habe. Beim Kreisparteitag am Freitag in Northeim will er die Mitglieder „in Details mit Beweisen“ über seine Beweggründe informieren. con

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