Appell an die Stadt

Einbeck soll Zahl der Demonstrationen reduzieren

Marktplatz Einbeck Wochenmarkt Mann Manfred Breitzke mit Schreiben in den Händen
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Manfred Breitzke ist seit 12 Jahren Vorsitzender des Einbecker Altstadt-Wochenmarktes. Der Verein hat jetzt seinem Unmut Luft gemacht: Das Demonstrationsgeschehen in Einbeck beeinträchtigt den Wochenmarkt, vertreibt die Kunden aus der Stadt und führt zu Umsatzeinbußen.

Einbeck – Auf die unbefriedigende Situation des Altstadt-Wochenmarktes im Zusammenhang mit „ständig stattfindenden genehmigten Demonstrationen“ hat jetzt der Vorsitzende des Vereins „Einbecker Altstadt-Wochenmarkt“, Manfred Breitzke, im Namen von 20 Markt-Beschickern aufmerksam gemacht. In seinem Schreiben an die Stadt Einbeck bittet der Vereinsvorsitzende, die „erheblichen Störungen“, denen der Markt ausgesetzt sei, einzudämmen – etwa durch die Reduzierung der Demos und die strikte Einhaltung der Marktzeit.

Zwar gebe es einen Überlassungsvertrag mit der Stadt, wonach der Marktplatz bei besonderen Veranstaltungen – etwa Bierstadtlauf, Eulenfest, Weihnachtsmarkt – für den Wochenmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung steht: Dazu gehörten für ihn allerdings nicht auch „regelmäßige, in kurzen Zeitabständen stattfindende Demonstrationen“. Darüber hinaus bestehe die Regelung, dass der Wochenmarkt-Platz bis 14.30 Uhr zu räumen sei. Einschränkungen habe es in der Vergangenheit jedoch schon durch den frühen Aufbau der Absperrgitter ab 11.30 Uhr rund um den Eulenspiegel-Brunnen gegeben: Kunden hätten ein beklemmendes Gefühl, würden die Innenstadt meiden. Ab 12 Uhr sei der Markt  dann so gut wie tot. Neben dem Wochenmarkt litten Gastronomen und der Einzelhandel. Das könne nicht im Sinne der Stadt sein, meint Manfred Breitzke, der nicht zuletzt das „Image unserer schönen Stadt“ in Gefahr sieht, weil Außenstehende Einbeck schon als „Nazi-Hochburg“ betrachteten.

Eine Verlegung des Wochenmarktes kommt für Breitzke und seine MitstreiterInnen indes nicht infrage. Sollten die Demo-Veranstalter einen späteren Demonstrationsbeginn ab frühestens 16 Uhr nicht akzeptieren, sollte die Stadt ihnen andere Flächen – z.B. den Möncheplatz oder den Parkplatz am neuen Rathaus – zur Verfügung stellen: „Verhindern Sie die Demonstrationen mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und scheuen Sie keinen Rechtsstreit vor den Verwaltungsgerichten. Vielleicht kann man über einen für die Veranstalter beschwerlichen Weg irgendwann erreichen, dass Einbeck die Attraktivität für derartige Demonstrationen – hoffentlich bald – verliert.“

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