1. leinetal24
  2. Lokales
  3. Einbeck

Landvolk zieht um

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Substanzverlust durch immer weniger wirtschaftende Betriebe: Rund 80 Landvolk-Mitglieder hörten bei der Bezirksversammlung im Lüthorster Wilhelm-Busch-Landhotel, was auf den bäuerlichen Kreisverband Northeim-Osterode zukommt. © Foto: Friese

LÜTHORST Schleichendes Höfesterben, ruinöser Preisverfall, überbordende Bürokratie, mäßige Berufsaussichten und schwierige Betriebsübergaben – der Strukturwandel für familienbäuerliche Landwirtschaft mit inzwischen weniger als 1.000 vollaktiven Betrieben zwischen Solling und Harz beschäftigt den Landvolk-Kreisverband Northeim-Osterode bei sechs Bezirksversammlungen für rund 2.800 Mitglieder.

Vor dem großen Landvolktag am 21. Februar in Harriehausen haben Landvolk-Vorsitzender Hartmut Danne und Geschäftsführer Gerhard Rudolph wichtige Fragestellungen für den Kreisverband beleuchtet. Nach gut besuchter Info-Runde in Opperhausen verfolgten jetzt in Lüthorst gut 80 Ernährungsgaranten und Lebensmittelerzeuger aus Dassel, Einbeck, den bergischen Dörfern und entlang der Leine, was neu ist bei Steuer und Strom, Arbeitskraftabsicherung und Pflegeerfordernissen für Altenteiler. Im Blick besonders auch Export, Europa und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Mitgliedsstaaten. Der für den Sommer vorgesehene Umzug der Landvolk-Zentrale von Northeim nach Einbeck soll die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsstelle verbessern. Denn am Standort in der Northeimer Friedrichstraße fehlen schon länger Sozialräume und geeignete Besprechungszimmer, während dringende Brandschutz-Maßnahmen am Altgebäude gar keinen Raumgewinn brächten. Alternative Standorte für das Landvolk als dienstleistende Interessenvertretung seien in der Kreisstadt nicht zu finden, wie Geschäftsführer Rudolph erklärte. 

Keineswegs günstiger wären auch zwei Neubauvarianten und ein Umbaumodell, die durchkalkuliert worden seien. Deshalb soll die Geschäftsstelle jetzt in ein Mietobjekt am Altendorfer Tor in Einbeck umziehen. Die entsprechenden Verhandlungen seien nicht ganz einfach, aber auf gutem Weg, berichtete der hauptamtliche Landvolk-Manager zuversichtlich. Nach Rudolphs Worten soll der Umzug zur Jahresmitte erfolgen. Das alte Haus soll dann verkauft werden. Dafür gebe es bereits Interessenten. Als unausweichlich bezeichnete Rudolph derweil die Erhöhung Mitgliedsbeiträge. So soll der Grundbeitrag auf 90 Euro angehoben werden, für Gesellschaften auf 60 Euro pro Jahr. Die Flächenbeiträge steigen um 20 Cent pro Hektar. Alle anderen Beitragskomponenten blieben unverändert. „Unterm Strich macht das durchschnittlich 40 Euro mehr aus“, rechnete Rudolph vor und gab zu bedenken: Ohne mehr Beitragseinnahmen zehre das Landvolk bei „nicht ‘mal mehr tausend wirtschaftenden Betrieben” weiter von seiner Substanz. Jährlich fehlten sonst rund 10.000 Euro.

Auch interessant

Kommentare