„Einbeck, helaaf“

„Einbeck, helaaf!!“ So viel Frohsinn zieht jetzt ins Rathaus ein: Prinzenpaar Michael II. und Maria II. mit dem Präsidenten der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck, Albert Eggers – „Kutscher“.

...jedenfalls bis zum Aschermittwoch, an dem bekanntlich wieder alles vorbei sein soll – und die Bürgermeisterin nach 31 Tagen endlich wieder das Zepter schwingen darf.

Einbeck, helaaf! Begleitet von Kamelle-Wurf, großem Tamtam sowie drei Spielmanns- und Fanfarenzügen waren die Einbecker Karnevalisten mit einem schier unendlichen Zug befreundeter Karnevalsvereine aus der näheren und weiteren Umgebung vor das alte Rathaus gezogen, um – moderiert von Jörg Meister – unter dem Jubel des Volkes das Rathaus zu stürmen. Launig forderte das Einbecker Prinzenpaar Michael II. und Maria II. Schlüsselgewalt und Regentschaft ein, damit von nun an, wie es der „Kutscher“ formulierte, „Humor, Frohsinn und Heiterkeit“ regiere. Wenngleich ihre noch so leidenschaftliche Gegenwehr vergeblich sein musste, wie Dr. Michalek einräumte, so gestand sie doch frank und frei, dass es im Einbecker Rathaus schon so manches gegeben habe, auch manche „Narretei“... Dabei habe sie mitunter das Grauen gepackt – bis hin zum Gedanken: „Ich bin die Bürgermeisterin, holt mich hier raus!!!“ Lag es an den ausgewiesenen Christdemokraten in ihrem Nacken, dass die von den Tollitäten vom Thron beurlaubte Bürgermeisterin ausholte zum Schlag-Reim gegen die Mehrheit aus SPD und GfE im Rat? Die hatte gerade erst im Dezember mit 27 zu 18 Stimmen den Kauf des Neuen Rathauses durchgesetzt. Was der Bürgermeisterin offensichtlich so gar nicht behagte: Ob sich die Mehrheit das wohl gut überlegt habe? Ob sie wusste, was sie tat? Ob sie die Millionen auch aus ihrem Privatvermögen locker gemacht hätte, anstatt aus dem Stadtsäckel? Das wagte die Verwaltungschefin – ob Mikro- Problemen erst nach mehrmaligem Versuch – noch immer arg zu bezweifeln. Der Preis – ein immer wieder gern zitierter Satz in ihren Kreisen – sei einfach zu hoch... Mit Humor, meinte sie, nun ihren Blick auf Einbecks Zukunft unter Kurz-Narren-Regentschaft gerichtet, lasse sich wahrscheinlich manches besser regeln... Auf dass dies auch gelingen möge, erwies das Volk nach geglücktem Rathaus-Sturm nicht nur dem glücklichen Prinzenpaar die Ehre, sondern mit „Prost, Kutscher!“ traditionell auch dem Präsidenten der Einbecker Karnevalsgesellschaft, Albert Eggers. Womit schließlich das Freibier seinen freien Lauf nahm. Für das Prinzenpaar hieß es gleich anschließend, in die Landeshauptstadt zu reisen – begleitet von seinen Adjutanten – ­ zum Tollitäten-Gipfel. Kartenbestellungen für die Galasitzung am Sonnabend, 23. Januar, nimmt Holger Henze noch unter 05561/75162 entgegen. Für den Kinderkarneval am 24. Januar ab 15.11 Uhr in den BBS wird kein Eintritt erhoben.

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